Macron stellt Korsika Autonomie in Aussicht
28.09.2023 - 12:48:36Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron ist Forderungen nach mehr EigenstĂ€ndigkeit fĂŒr die Mittelmeerinsel Korsika entgegengekommen. «Lass uns die KĂŒhnheit haben, eine Autonomie fĂŒr Korsika in der Republik zu schaffen», sagte Macron vor dem Inselparlament in Ajaccio.
Er betonte, es ginge dabei nicht um eine Autonomie «gegen den Staat, noch ohne den Staat». Innerhalb von sechs Monaten solle eine Einigung gefunden werden, um das Vorhaben voranzubringen. Macron sieht in seinem Vorschlag einen grundlegenden Wandel in der Beziehung zwischen Korsika und dem französischen Staat.
Das VerhĂ€ltnis zwischen Korsika und der Regierung in Paris gilt seit langem als schwierig. Jahrzehntelang kĂ€mpften korsische Separatisten fĂŒr mehr EigenstĂ€ndigkeit, oft mit Gewalt. Die Untergrundorganisation FLNC legte 2014 die Waffen nieder. Etwa zeitgleich gewannen gemĂ€Ăigte Nationalisten politisch an Bedeutung. Mittlerweile haben sie die Mehrheit im Regionalparlament und fordern einen Autonomiestatus.
Proteste auf Korsika vor anderthalb Jahren
Vor anderthalb Jahren waren die Spannungen wieder deutlich zu Tage getreten. Der wegen Mordes an einem französischen PrĂ€fekten in Haft sitzende korsische Nationalist Yvan Colonna war nach einem Angriff in einem französischen GefĂ€ngnis gestorben. Auf Korsika entfachten Proteste mit teils heftigen Ausschreitungen. Die Regierung sondierte monatelang mit Vertretern der Insel ĂŒber ein neues VerhĂ€ltnis.
Macron sagte nun auch, dass er es befĂŒrworte, die SpezifitĂ€ten der Inselbevölkerung in der französischen Verfassung zu verankern, wie korsische Nationalisten es gefordert hatten. Dazu solle es einen eigenen Artikel geben. AuĂerdem sollten die KrĂ€fte vor Ort mehr Befugnisse haben, um Normen anzupassen. Auch solle die korsische Sprache besser gelehrt werden können. Die institutionellen VerĂ€nderungen sollten Korsika ermöglichen, im Rahmen der Republik seine Seele und seine IdentitĂ€t zu bewahren.


