Bericht: USA liefern trotz Streits weiter Waffen an Israel
30.03.2024 - 00:43:20Trotz der Bedenken der USA wegen Israels geplanter Bodenoffensive gegen die mit GeflĂŒchteten ĂŒberfĂŒllte Stadt Rafah im Gazastreifen liefert Washington einem Zeitungsbericht zufolge weiter Waffenhilfe in Milliardenhöhe an den VerbĂŒndeten. Wie die «Washington Post» unter Berufung auf namentlich nicht genannte Beamte im Pentagon und im US-AuĂenministerium berichtete, genehmigte die Regierung von US-PrĂ€sident Joe Biden ungeachtet der angespannten Beziehungen zwischen den beiden LĂ€ndern in den vergangenen Tagen «in aller Stille» Bomben und Kampfflugzeuge an Israel, darunter 2000-Pfund-Bomben (etwa 907 kg) vom Typ MK84.
Dies zeige, dass die US-Regierung Waffentransfers nicht als Mittel betrachte, um Einfluss auf den israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu auszuĂŒben, hieĂ es weiter. Ein solches Mittel sei fĂŒr Washington tabu, schrieb die US-Zeitung. Um die Beziehungen zwischen Biden und Netanjahu ist es derzeit schlecht bestellt.
Eigentlich sollte in dieser Woche eine israelische Delegation nach Washington reisen. US-Vertreter wollten ihre Bedenken zur Bodenoffensive in Rafah loswerden - und Alternativen aufzeigen. Doch Netanjahu sagte die Reise ab, nachdem der UN-Sicherheitsrat ohne Widerstand der USA eine Resolution verabschiedet hatte, die den internationalen Druck auf Israel erhöht.
Die belasteten Beziehungen hĂ€tten Biden jedoch nicht davon abgehalten, weiter Waffen und militĂ€rische AusrĂŒstung an Israel zu schicken, schrieb die Zeitung. US-Regierungsvertreter wiederholen immer wieder die Zusage Bidens an Israel, das Land im Krieg gegen die islamistische Hamas bedingungslos zu unterstĂŒtzen. «Die Konditionierung von (militĂ€rischer) Hilfe war nicht unsere Politik», zitierte die Zeitung einen Beamten. Vergangene Woche habe das AuĂenministerium unter anderem die Lieferung von 25 Kampfflugzeugen vom Typ F-35A abgesegnet, hieĂ es. Diese sei bereits 2008 vom Kongress genehmigt worden, sodass das Ministerium nicht verpflichtet gewesen sei, dem Gesetzgeber eine neue Mitteilung zu machen. Auch die in dieser Woche genehmigten MK84- und MK82-Bomben seien ebenfalls bereits vor Jahren vom Kongress genehmigt, aber bisher nicht geliefert worden, hieĂ es.
Nach Angaben der US-Regierung laufen derweil BemĂŒhungen, einen neuen Termin fĂŒr einen Besuch einer israelischen Delegation in Washington zu finden. «Wir arbeiten daran, einen Termin festzulegen», sagte vor wenigen Tagen die Sprecherin des WeiĂen Hauses, Karine Jean-Pierre. Das BĂŒro von Netanjahu habe zugestimmt, das Treffen neu anzusetzen. Auf Anfrage erklĂ€rte Netanjahus BĂŒro, der Regierungschef habe die Abreise der Delegation nicht genehmigt. Dass GesprĂ€che dazu gefĂŒhrt werden, wurde aber nicht dementiert.


