Armenien will MilitÀrmanöver mit USA abhalten
06.09.2023 - 14:36:10Armenien, Russlands langjĂ€hriger VerbĂŒndeter im SĂŒdkaukasus, hat vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen um die Region Berg-Karabach eine gemeinsame MilitĂ€rĂŒbung mit den USA angekĂŒndigt. Das vom 11. bis 20. September dauernde Manöver «Eagle Partner 2023» beinhalte Operationen zur Stabilisierung von Konflikten bei der ErfĂŒllung von friedensstiftenden EinsĂ€tzen, teilt das armenische Verteidigungsministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Armenpress mit. Der Kreml zeigte sich unzufrieden mit der Entscheidung.
Trotz Waffenstillstand immer wieder Gefechte
Die beiden ehemals sowjetischen LĂ€nder Armenien und Aserbaidschan kĂ€mpfen seit Jahrzehnten um die Region Berg-Karabach, die zwar auf aserbaidschanischem Gebiet liegt, aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird. Trotz eines von russischen Truppen ĂŒberwachten Waffenstillstands kommt es immer wieder zu Gefechten. Aserbaidschaner blockieren zudem seit Monaten den Latschin-Korridor, der Armeniens einziger Zugang zu Berg-Karabach ist.
Beobachter beschreiben die Lage in Berg-Karabach als katastrophal. Es fehlt demnach etwa an Lebensmitteln und Medikamenten. Seit Mittwoch wird Brot nur noch gegen Bezugsscheine ausgegeben. In dem Zusammenhang hat die armenische FĂŒhrung auch zunehmend Unzufriedenheit mit Russland als Vermittler geĂ€uĂert. Eriwan wirft Moskau, das lange als Schutzmacht der Armenier im Kaukasus galt, ungenĂŒgenden Einsatz vor.
Ăbung mit Russland abgesagt
Regierungschef Nikol Paschinjan hat Anfang des Jahres eine im Land geplante MilitĂ€rĂŒbung des von Russland dominierten MilitĂ€rbĂŒndnisses OVKS als zwecklos abgesagt. Das gemeinsame Manöver mit den USA gilt als weiteres Zeichen der Abwendung Armeniens von Russland. Das Land versucht stattdessen, auch westliche Staaten an der Lösung des Berg-Karabach-Konflikts zu beteiligen.
«Solche Neuigkeiten rufen Beunruhigung hervor, speziell in der jetzigen Lage», kommentiert Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge die bevorstehende MilitĂ€rĂŒbung. Russland werde die weitere Entwicklung sehr genau verfolgen. Die Beziehungen zwischen Moskau und Washington gelten insbesondere seit dem von Russland begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die von den USA unterstĂŒtzt wird, als gespannt.





