US-MilitÀr, Zivilisten

US-MilitÀr tötete Zivilisten statt Al-Kaida-Terroristen

02.05.2024 - 20:58:36

Das Ziel war ein Terrorist - doch kurz nach dem Angriff gab es Zweifel daran, dass das US-MilitĂ€r bei einem Angriff in Syrien wirklich einen Al-Kaida-AnfĂŒhrer getötet hat. Nun gibt es Gewissheit.

Das US-MilitĂ€r hat eigenen Angaben nach bei einer Drohnenattacke in Syrien vor rund einem Jahr versehentlich einen Zivilisten getötet. Eigentliches Ziel des Angriffs im Nordwesten Syriens sei es gewesen, einen hochrangigen AnfĂŒhrer der Terrormiliz Al-Kaida zu töten, teilte das US-Zentralkommando (Centcom) mit. Eine Untersuchung habe allerdings ergeben, dass das Ziel falsch identifiziert und stattdessen ein Zivilist getötet worden sei.

Die «Washington Post» berichtete, dass es sich dabei um einen SchĂ€fer gehandelt habe. Die Zeitung hatte bereits damals ĂŒber Zweifel an der offiziellen Darstellung des Pentagons berichtet und geschrieben, dass statt eines Terroristen ein SchĂ€fer getötet worden sei.

Der Mann habe sich in einer lĂ€ndlichen Region um seine Schafe gekĂŒmmert, als er von einer bewaffneten Drohne verfolgt worden sei. Diese habe eine Rakete abgefeuert und den SchĂ€fer so wie mehrere seiner Schafe getötet, schrieb die Zeitung.

US-Zentralkommando: Entschlossen «Zielverfahren zu verbessern»

Der Angriff sei im Einklang mit dem Gesetz ĂŒber bewaffnete Konflikte sowie mit den Richtlinien des Verteidigungsministeriums durchgefĂŒhrt worden, teilte Centcom mit. «Die Untersuchung ergab jedoch mehrere verbesserungswĂŒrdige Punkte.» Aus geheimdienstlichen GrĂŒnden könne man aber keine weiteren Details preisgeben, hieß es weiter. «Wir sind entschlossen, aus diesem Vorfall zu lernen und unsere Zielverfahren zu verbessern, um mögliche SchĂ€den fĂŒr die Zivilbevölkerung zu verringern.» Das US-MilitĂ€r hat den Angaben nach bei seiner Untersuchung mehr als 40 Zeugen befragt.

@ dpa.de