Ungarn, Veto

Ungarn zieht Veto zu Russland-Sanktionen der EU zurĂŒck

27.01.2025 - 12:24:48 | dpa.de

Dass die Russland-Sanktionen der EU alle sechs Monate einstimmig verlĂ€ngert werden mĂŒssen, birgt fĂŒr kritische Staaten ein erhebliches Erpressungspotenzial. Jetzt wurde es wieder einmal genutzt.

  • Ungarns MinisterprĂ€sident Viktor Orban blockierte wochenlang eine EU-Entscheidung zur VerlĂ€ngerung von Russland-Sanktionen. (Archivbild) - Foto: Marton Monus/dpa
    Ungarns MinisterprÀsident Viktor Orban blockierte wochenlang eine EU-Entscheidung zur VerlÀngerung von Russland-Sanktionen. (Archivbild) - Foto: Marton Monus/dpa
  • Ungarn sorgt sich wegen der Sanktionen um seine Energiesicherheit. (Archivbild) - Foto: Zsolt Szigetvary/MTI/epa/dpa
    Ungarn sorgt sich wegen der Sanktionen um seine Energiesicherheit. (Archivbild) - Foto: Zsolt Szigetvary/MTI/epa/dpa
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Ungarn hat gegen Zusicherungen zur Energiesicherheit sein Veto gegen die VerlĂ€ngerung von Ende Januar auslaufenden Russland-Sanktionen zurĂŒckgezogen. Die Regierung von MinisterprĂ€sident Viktor Orban trug bei einem Außenministertreffen in BrĂŒssel die fĂŒr das Weiterlaufen der Strafmaßnahmen notwendige Entscheidung mit. Zuvor hatten die EU-Kommission und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas eine ErklĂ€rung zu Forderungen aus Budapest abgegeben. In dieser wird den Ungarn zugesichert, dass auf ihre Sorgen um die Energiesicherheit eingegangen wird.

Orban hatte fĂŒr seine Zustimmung zur SanktionsverlĂ€ngerung zunĂ€chst unter anderem gefordert, dass die Ukraine eine jĂŒngst geschlossene Pipeline wieder öffnet, die bis dahin russisches Erdgas nach Mitteleuropa und damit auch nach Ungarn befördert hatte.

Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto teilte mit, Ungarn habe die geforderten Garantien hinsichtlich der Energiesicherheit erhalten. Die EU-Kommission habe sich verpflichtet, die Erdgas- und Ölpipelines zu den EU-Mitgliedstaaten zu schĂŒtzen, und fordere nun von der Ukraine Zusicherungen, die Ölversorgung der EU sicherzustellen.

Orban blockierte mehrere Wochen

Orban hatte seine Blockade gegen die SanktionsverlĂ€ngerung mehrere Wochen aufrechterhalten. Eigentlich hatte sie bereits im vergangenen Jahr entschieden werden sollen. Beim EU-Gipfel kurz vor Weihnachten kĂŒndigte Orban dann aber an, er mĂŒsse ĂŒber die Sache noch nachdenken und werde eine Entscheidung erst nach der AmtseinfĂŒhrung des neugewĂ€hlten US-PrĂ€sidenten Donald Trump am 20. Januar treffen.

Der Republikaner hat mehrfach kundgetan, er könne den russischen Krieg gegen die Ukraine in kurzer Zeit beenden. Aus Sicht von Orban wĂŒrde dann die Grundlage fĂŒr die Sanktionen wegfallen. Er hatte sie wiederholt als nutzlos und schlecht fĂŒr die europĂ€ische Wirtschaft kritisiert.

Wenn Ungarn der VerlÀngerung der EU-Sanktionen nicht zugestimmt hÀtte, wÀren sie am 31. Januar ausgelaufen. Betroffen wÀren die umfangreichen Wirtschafts- und Finanzsanktionen, aber auch die eher symbolischen Sanktionen gegen mehr als 2.000 Personen und Unternehmen. Unter Letzteren sind auch russische Spitzenpolitiker wie PrÀsident Wladimir Putin und zahlreiche Oligarchen.

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