Verleumdungsprozess, Richter

Verleumdungsprozess: Richter droht Trump mit Ausschluss

17.01.2024 - 21:46:05

Dem ersten Prozess von Autorin Carroll war Trump ferngeblieben und auch zum zweiten hĂ€tte er nicht erscheinen mĂŒssen. Mit dem RĂŒckenwind des Vorwahl-Sieges in Iowa nutzt der Ex-PrĂ€sident die Aufmerksamkeit.

  • Die Autorin E. Jean Carroll verlĂ€sst das Bundesgericht in Manhattan nach dem Beginn ihres zweiten Verleumdungsprozesses gegen Donald Trump. - Foto: Frank Franklin II/AP

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  • Die Skizze zeigt Donald Trump neben seiner AnwĂ€ltin im Gerichtssaal in New York. - Foto: Elizabeth Williams/AP/dpa

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Die Autorin E. Jean Carroll verlÀsst das Bundesgericht in Manhattan nach dem Beginn ihres zweiten Verleumdungsprozesses gegen Donald Trump. - Foto: Frank Franklin II/APDie Skizze zeigt Donald Trump neben seiner AnwÀltin im Gerichtssaal in New York. - Foto: Elizabeth Williams/AP/dpa

Der Richter im zweiten Verleumdungsprozess gegen Donald Trump in New York hat dem Ex-PrÀsidenten wegen zahlreicher Störungen mit dem Ausschluss aus dem Gerichtssaal gedroht.

«Herr Trump hat das Recht, hier anwesend zu sein. Dieses Recht kann eingebĂŒĂŸt werden, wenn er stört - und das, was mir berichtet wurde, gehört dazu», sagte Richter Lewis Kaplan ĂŒbereinstimmenden Medienberichten zufolge in dem Gerichtssaal in Manhattan. «Und wenn er die Anweisungen des Gerichts missachtet - Herr Trump, ich hoffe, ich muss Sie nicht von dem Prozess ausschließen, ich verstehe es so, dass Sie das wahrscheinlich gerne hĂ€tten.»

Trump legt sich mit dem Richter an

Trump antwortete den Berichten zufolge darauf: «Das hĂ€tte ich liebend gerne, das hĂ€tte ich liebend gerne.» Daraufhin sagte Richter Kaplan: «Ich weiß das, denn Sie können sich einfach nicht kontrollieren unter diesen UmstĂ€nden, Sie können es einfach nicht.» Zuvor hatte Trump wĂ€hrend der Aussage von US-Autorin E. Jean Carroll gegen ihn immer wieder den Kopf geschĂŒttelt und abschĂ€tzige Kommentare abgegeben. «Das ist Betrug», hatte er den Berichten zufolge beispielsweise gesagt.

Carrol sprach in ihrer Aussage unter anderem von den Drohungen, die sie von Trump-AnhĂ€ngern bekomme, und mit welcher Angst sie Tag fĂŒr Tag lebe, seit sie mit ihren Anschuldigungen gegen den frĂŒheren US-PrĂ€sidenten an die Öffentlichkeit gegangen war. Nach Abschluss des Gerichtstages behauptete Trump erneut, Carrol vor ihren Anschuldigungen ĂŒberhaupt nicht gekannt zu haben. Außerdem attackierte er den Richter und bezeichnete ihn als «radikalen Trump-Hasser».

Gerichtstermine als Wahlkampfveranstaltung

Es handelt sich um den zweiten Prozess von Carroll gegen Trump. Zum Abschluss des ersten hatte es im Mai eine New Yorker Geschworenenjury als erwiesen angesehen, dass Trump Carroll 1996 in einem New Yorker Nobelkaufhaus angegriffen, sexuell missbraucht und spĂ€ter verleumdet hatte. Die Geschworenen hatten der Schriftstellerin daraufhin eine EntschĂ€digung in Höhe von fĂŒnf Millionen Dollar (etwa 4,65 Millionen Euro) zugesprochen.

Bereits vor Beginn des zweiten Prozesses hatte ein Richter entschieden, dass weitere Kommentare Trumps verleumderisch gewesen seien. Damit muss die Jury nun lediglich noch ĂŒber die Höhe der EntschĂ€digung entscheiden, die der Ex-PrĂ€sident der Frau bezahlen muss. Carroll verlangt mehr als zehn Millionen Dollar.

Trump gilt bei den im November anstehenden PrÀsidentschaftswahlen als aussichtsreichster Bewerber der Republikaner. Er muss sich allerdings derzeit auch in zahlreichen verschiedenen FÀllen mit Gerichten auseinandersetzen. Die Gerichtstermine nutzt der 77-JÀhrige hÀufig als eine Art Wahlkampfveranstaltung, was ihm schon Kritik von mehreren Richtern eingebracht hat.

@ dpa.de