Unicef: 2360 Kinder bei Israels Angriffen getötet
25.10.2023 - 03:00:04 | dpa.de
Seit den Terrorangriffen der islamistischen Hamas vor gut zwei Wochen sind bei den GegenschlĂ€gen Israels im Gazastreifen nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks 2360 Kinder ums Leben gekommen. 5364 weitere seien verletzt worden, teilte Unicef am frĂŒhen Morgen unter Berufung auf Berichte mit, ohne die Quellen zu nennen. Unicef sprach von «unerbittlichen Angriffen».
Eklat bei den UN
Zuvor war es wegen einer israelkritischen ĂuĂerung von UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres im Weltsicherheitsrat zu einem Eklat gekommen. Guterres verurteilte die Terrorangriffe der Hamas auf Israel zwar erneut auf SchĂ€rfste, kritisierte aber Israels Angriffe auf den Gazastreifen und sprach von «eindeutigen VerstöĂen gegen das humanitĂ€re Völkerrecht». Der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan forderte Guterres daraufhin zum RĂŒcktritt auf.
Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Mindestens 222 weitere Menschen wurden laut Israels Armee gewaltsam in den Gazastreifen verschleppt, darunter mehrere Deutsche. Vier Geiseln kamen inzwischen wieder frei. Seit den ĂŒberraschenden Hamas-Angriffen bombardiert Israels Armee Ziele im Gazastreifen und bereitet eine Bodenoffensive in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet vor.
Regionaldirektorin: «Schwere Verletzungen der Kinderrechte»
Adele Khodr, Unicef-Regionaldirektorin fĂŒr den Nahen Osten und Nordafrika, sagte: «Die Tötung und VerstĂŒmmelung von Kindern, die EntfĂŒhrung von Kindern, die Angriffe auf KrankenhĂ€user und Schulen sowie die Verweigerung des Zugangs fĂŒr humanitĂ€re Hilfe stellen schwere Verletzungen der Kinderrechte dar.» Unicef appelliere eindringlich an alle Parteien, einem Waffenstillstand zuzustimmen, humanitĂ€ren Zugang zu gewĂ€hren und alle Geiseln freizulassen.
Die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens - fast 2,3 Millionen Menschen - leide unter akutem Wassermangel, was schwerwiegende Folgen fĂŒr die Kinder habe, die etwa 50 Prozent der Bevölkerung ausmachten, teilte Unicef mit. Auch im Westjordanland gab es laut Unicef einen alarmierenden Anstieg der Opferzahlen, darunter viele Kinder.
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