Haftbefehl, Netanjahu

Haftbefehl gegen Netanjahu und Sinwar beantragt

20.05.2024 - 13:36:26 | dpa.de

Der ChefanklĂ€ger wirft Israel unter anderem das Aushungern von Zivilisten im Gaza-Krieg vor. Die Richter sollen Haftbefehle gegen Israels Premier und auch gegen die Hamas-FĂŒhrung ausstellen.

Der ChefanklĂ€ger des Internationalen Strafgerichtshofs hat Haftbefehle gegen Israels MinisterprĂ€sidenten und gegen den AnfĂŒhrer der Terrororganisation Hamas im Gazastreifen beantragt. - Foto: Peter Dejong/AP/dpa
Der ChefanklĂ€ger des Internationalen Strafgerichtshofs hat Haftbefehle gegen Israels MinisterprĂ€sidenten und gegen den AnfĂŒhrer der Terrororganisation Hamas im Gazastreifen beantragt. - Foto: Peter Dejong/AP/dpa

Der ChefanklĂ€ger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) hat Haftbefehle gegen Israels MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu und gegen den AnfĂŒhrer der Terrororganisation Hamas im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar, beantragt. Das teilte der Gerichtshof in Den Haag mit.

ChefanklÀger Karim Khan verfolgt Verbrechen wÀhrend des Gaza-Krieges. Weitere Haftbefehle will Khan laut Mitteilung des IStGH gegen Israels Verteidigungsminister Joav Galant sowie gegen Sinwars Stellvertreter Mohammed Deif und gegen den Hamas-Auslandschef Ismail Hanija erreichen.

Den Hamas-FĂŒhrern wirft der AnklĂ€ger der Mitteilung zufolge unter anderem «Ausrottung» sowie Mord, Geiselnahme, Vergewaltigungen und Folter als Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

Premierminister Netanjahu und Verteidigungsminister Galant wird unter anderem vorgeworfen, fĂŒr das Aushungern von Zivilisten als Methode der KriegsfĂŒhrung sowie fĂŒr willkĂŒrliche Tötungen und zielgerichtete Angriffe auf Zivilisten verantwortlich zu sein. Ob die beantragten internationalen Haftbefehle erlassen werden, mĂŒssen nun die Richter der IStGH entscheiden.

Das Gericht hat zwar keinerlei Möglichkeiten, Haftbefehle auch zu vollstrecken. Doch ist im Falle einer Vollstreckung die Bewegungsfreiheit der Gesuchten stark eingeschrĂ€nkt ist. Denn eine Folge der Haftbefehle wĂ€re, dass alle Vertragsstaaten des Gerichts verpflichtet sind, die Gesuchten festzunehmen und dem Gericht zu ĂŒbergeben, sobald sie sich in ihrem Land befinden.

Israels Außenminister sieht Haftbefehl als «Skandalöse Entscheidung»

Israel hat den Antrag auf Haftbefehle gegen MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Joav Galant durch den ChefanklĂ€ger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) scharf kritisiert. Der israelische Außenminister Israel Katz sprach am Montag von einer «skandalösen Entscheidung». Diese stelle «einen frontalen, zĂŒgellosen Angriff auf die Opfer des 7. Oktober und unsere 128 Geiseln in Gaza» dar.

«WĂ€hrend die Mörder und Vergewaltiger der Hamas Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen unsere BrĂŒder und Schwestern begehen, erwĂ€hnt der ChefanklĂ€ger im gleichen Atemzug unseren MinisterprĂ€sidenten und Verteidigungsminister, neben den verabscheuungswĂŒrdigen Nazi-Monstern der Hamas - eine historische Schande, die fĂŒr immer in Erinnerung bleiben wird», sagte Katz nach Angaben seines BĂŒros.

Er habe die sofortige Einrichtung eines Lagezentrums im Außenministerium angeordnet, in dem Spezialisten gegen die Entscheidung kĂ€mpfen sollten, deren Hauptziel es sei, «dem Staat Israel die HĂ€nde zu binden und ihm das Recht auf Selbstverteidigung zu verwehren».

Er wolle mit den Außenministern fĂŒhrender Staaten sprechen, damit diese sich gegen die Entscheidung des ChefanklĂ€gers wenden «und mitteilen, dass sie auch im Fall von Haftbefehlen diese nicht gegen die AnfĂŒhrer des Staates Israel umsetzen werden».

Bei den Attacken der Hamas im israelischen Grenzgebiet am 7. Oktober waren rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden. Der Terroranschlag war Auslöser fĂŒr die militĂ€rische Offensive Israels im Gazastreifen, bei der nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde bisher mehr als 35.500 Menschen getötet worden sind.

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