Trump und Putin stecken Positionen vor Treffen ab
14.08.2025 - 16:09:15Die USA und Russland stecken vor dem Gipfeltreffen von Donald Trump und Wladimir Putin ihre Positionen ab. Kremlchef Putin stellte am Vortag der GesprĂ€che in Alaska neue RĂŒstungskontrollvertrĂ€ge in Aussicht - wenn es denn gelinge, den Ukraine-Konflikt zu lösen. US-PrĂ€sident Trump hatte zuvor mit «sehr schwerwiegenden Konsequenzen» fĂŒr Moskau gedroht, wenn Putin die Kampfhandlungen in der Ukraine nach dem Treffen nicht beenden wolle. Seine Sprecherin Karoline Leavitt sprach zugleich von einem «hochkomplexen und brutalen Krieg», den Trump geerbt habe.
Bei dem Gipfel in Alaska am Freitag will Trump nach eigenen Worten zunÀchst die Rahmenbedingungen abklÀren. Zugleich gab er zu, dass er wohl nicht in der Lage sei, Putin von weiteren Angriffen auf die Ukraine abzuhalten. Er strebt ein rasches weiteres Treffen an, bei dem auch der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj dabei sein soll. Allerdings schrÀnkte Trump ein, dass es ein solches Treffen nur geben könnte, wenn die erste Begegnung gut verlaufe. Der Gipfel soll am Freitag erst am spÀten Abend mitteleuropÀischer Zeit (gegen 21.30 Uhr) beginnen.
USA sehen russische Wirtschaft auf wackeligen FĂŒĂen
Die US-Website «Axios» berichtete unter Berufung auf ranghohe US-Regierungsbeamte, Trump wolle bei dem Treffen mit Putin einen Waffenstillstand erreichen - und könne dafĂŒr den Druck auf den Kreml verstĂ€rken. Washington glaube, die russische Wirtschaft bei Bedarf schnell in die Knie zwingen zu können - «morgen». DafĂŒr seien nur wenige Schritte notwendig, hauptsĂ€chlich vom US-Finanzministerium, hieĂ es. Leavitt sagte, Trump habe viele Druckmittel, setze aber zunĂ€chst auf Diplomatie.
Putin Ă€uĂerte sich unterdessen lobend ĂŒber die US-Regierung. Sie unternehme «recht energische und aufrichtige Anstrengungen», um die KĂ€mpfe in der Ukraine zu beenden und zu Vereinbarungen zu kommen, die im Interesse aller beteiligten Seiten lĂ€gen. Dies könne auch langfristige Bedingungen fĂŒr Frieden in Europa und der Welt insgesamt schaffen, «wenn wir in den nĂ€chsten Phasen zu Vereinbarungen im Bereich der Kontrolle strategischer Offensivwaffen ĂŒbergehen», sagte der Kremlchef.
Atomwaffenvertrag als Moskauer Lockmittel
Mit strategischen Offensivwaffen sind interkontinentale Atomwaffen gemeint. Der Bereich der nuklearen RĂŒstung ist zwischen Russland und den USA fast nicht mehr geregelt, weil VertrĂ€ge ausgelaufen sind oder aufgekĂŒndigt wurden.
Putins auĂenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte, bei dem Gipfel werde es hauptsĂ€chlich um den Ukraine-Konflikt gehen. Es sollten aber auch andere Fragen besprochen werden.
USA könnten bei Sicherheitsgarantien mitmachen
Selenskyj betonte: «Der Weg zum Frieden kann nicht ohne die Ukraine festgelegt werden, und Verhandlungen können nur ein Ergebnis bringen, wenn sie wĂ€hrend einer Waffenruhe stattfinden.» Darin seien sich die UnterstĂŒtzer der Ukraine in der sogenannten Koalition der Willigen einig.
Bei einer Schalte zwischen Selenskyj, den europĂ€ischen VerbĂŒndeten und Trump zeigte sich der US-PrĂ€sident nach dpa-Informationen dazu bereit, dass die USA an Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine auĂerhalb der Nato beteiligen. Zuvor hieĂ es aus Washington oft, das sei Sache der EuropĂ€er. Trump sieht demnach in Zöllen ein stĂ€rkeres Druckmittel als in Sanktionen. Die USA verhĂ€ngten jĂŒngst einen zusĂ€tzlichen Importzoll von 25 Prozent auf Waren aus Indien, um das Land vom Kauf russischen Erdöls abzubringen. Die Energieexporte sind eine zentrale Geldquelle des russischen Staates.
EuropÀer fordern Waffenruhe vor Verhandlungen
Die EuropĂ€er und Ukrainer, allen voran Selenskyj, sind von den Gipfelberatungen ausgeschlossen. Sie befĂŒrchten, dass Trump und Putin sich auf Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland verstĂ€ndigen könnten, die Kiew strikt ablehnt.Â
Zu den Forderungen aus Europa, die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auflistete, gehört, dass die Ukraine bei einem Folgetreffen mit am Tisch sitzen muss. Vor Verhandlungen mĂŒsse es eine Waffenruhe geben. Wenn ĂŒber Territorialfragen gesprochen werde, mĂŒsse der derzeitige Frontverlauf Ausgangspunkt sein. Eine völkerrechtliche Anerkennung russischer Eroberungen sei ausgeschlossen. Zudem brauche die Ukraine Sicherheitsgarantien und mĂŒsse auch eine starke Armee behalten.
Trump hatte mehrfach gesagt, dass ein «Gebietstausch» zwischen der Ukraine und Russland fĂŒr eine Lösung notwendig sein dĂŒrfte. Russland will nach bisherigen Angaben die zu groĂen Teilen besetzten ukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk komplett haben - und könnte dafĂŒr potenziell bereit sein, sich aus anderen besetzten FlĂ€chen zurĂŒckzuziehen.


