Trump hinterlegt Kaution von mehr als 90 Millionen Dollar
08.03.2024 - 18:49:23Nach seinem verlorenen Verleumdungsprozess gegen die US-Autorin E. Jean Carroll hat der ehemalige US-PrÀsident Donald Trump mehr als 90 Millionen US-Dollar Kaution beim Gericht hinterlegt. Aus einem veröffentlichten Gerichtsdokument geht hervor, dass der 77-JÀhrige umgerechnet mehr als 83 Millionen Euro hinterlegte und gleichzeitig gegen das Urteil in Berufung geht.
Ein Gericht hatte Trump in einem zweiten Zivilprozess zu einer EntschĂ€digung von 83,3 Millionen Dollar (etwa 77 Millionen Euro) fĂŒr Carroll verurteilt. Eine New Yorker Geschworenenjury hatte als erwiesen angesehen, dass Trump Carroll 1996 in einem New Yorker Nobelkaufhaus angegriffen, sexuell missbraucht und spĂ€ter verleumdet hatte. Die Geschworenen hatten der Schriftstellerin daraufhin zunĂ€chst eine EntschĂ€digung von fĂŒnf Millionen Dollar (etwa 4,65 Millionen Euro) zugesprochen. Auch gegen diese Entscheidung hat Trump Revision eingelegt. Trump musste nun das Geld beim Gericht hinterlegen - zusammen mit einer zusĂ€tzlichen Summe, die auf gerichtliche Bestimmungen und Zinsen zurĂŒckgeht.
Trump wird bei den im November anstehenden PrÀsidentschaftswahlen aller Voraussicht nach der republikanische Kandidat und Herausforderer von US-PrÀsident Joe Biden sein. Er muss sich allerdings derzeit auch in zahlreichen verschiedenen FÀllen mit Gerichten auseinandersetzen.
Urteil kratzt am Image
In einem Betrugsprozess wurde er zuletzt ebenfalls schuldig gesprochen und muss mehr als 450 Millionen Dollar aufbringen. In diesem Zivilprozess ging es um die Zukunft seines Firmenimperiums. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Trump, dessen Söhne und Mitarbeiter den Wert der Trump Organization jahrelang manipuliert zu hatten, um an gĂŒnstigere Kredite und VersicherungsvertrĂ€ge zu kommen. Das Urteil kratzt an seinem Image als erfolgreicher GeschĂ€ftsmann.
Eine GefĂ€ngnisstrafe oder direkte Auswirkungen auf Trumps Bewerbung um das PrĂ€sidentenamt drohten in den Zivilprozessen nie. Der Ex-PrĂ€sident ist derzeit allerdings noch in weitere Verfahren verwickelt. Zuletzt war der Beginn eines Prozesses in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar am 25. MĂ€rz von einem Richter bestĂ€tigt worden. Es wĂ€re der erste strafrechtliche Prozess gegen einen frĂŒheren PrĂ€sidenten in der Geschichte der USA. Drei weitere Strafprozesse sind in Vorbereitung, unter anderem wegen des Vorwurfs versuchter Wahlmanipulation. Zudem laufen noch Zivilprozesse.


