Draghi könnte EU-KommissionsprÀsident werden
08.12.2023 - 15:08:51In Italien wird ĂŒber eine mögliche Kandidatur des ehemaligen PrĂ€sidenten der EuropĂ€ischen Zentralbank, Mario Draghi, fĂŒr den Chefposten der EU-Kommission spekuliert.
Die renommierte Tageszeitung «La Repubblica» berichtete unter Berufung auf diplomatische Kreise in BrĂŒssel und Paris, dass sich Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron fĂŒr den 76-JĂ€hrigen als Nachfolger von KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen stark mache. Die ehemalige deutsche Verteidigungsministerin könnte dann als GeneralsekretĂ€rin zur Nato wechseln, hieĂ es.
Von offizieller Seite gab es dazu keinen Kommentar, auch nicht von Draghi selbst. Aus dem französischen PrĂ€sidialamt hieĂ es nur: «Wir haben nichts dazu zu sagen.» Auch ein Sprecher von der Leyens wollte sich auf dpa-Anfrage nicht Ă€uĂern. Der Chefposten der EU-Kommission ist nach der Europawahl im Juni neu zu vergeben. Der amtierende Nato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg will eigentlich schon lĂ€nger aufhören. Die Amtszeit des Norwegers wurde von der westlichen MilitĂ€rallianz schon mehrfach verlĂ€ngert.
Draghi: EU befinet sich in einem «kritischen Moment» befinde
Draghi war nach seiner Zeit an der Spitze der Zentralbank in seiner Heimat bis Oktober 2022 anderthalb Jahre lang MinisterprĂ€sident, obwohl er keiner Partei angehört. Im Herbst hatte von der Leyen ihn beauftragt, einen Bericht zur Zukunft der EuropĂ€ischen Union auszuarbeiten. Vor einigen Tagen sprach Draghi davon, dass sich die EU in einem «kritischen Moment» befinde. In mehreren MitgliedslĂ€ndern sind derzeit rechtspopulistische Parteien im Auftrieb. BefĂŒrchtet wird auch, dass bei einem Wahlerfolg des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump im November 2024 hĂ€rtere Zeiten auf die EU zukommen.
Der «Repubblica» zufolge hat Macron wegen der Personalien auch schon bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sondiert. Die CDU-Politikerin von der Leyen steht seit 2019 an der Spitze der EU-Kommission. Bislang hat sich die 65-JĂ€hrige öffentlich noch nicht dazu geĂ€uĂert, ob sie weitermachen will. Es wird damit gerechnet, dass von der Leyen bis zum FrĂŒhjahr bekanntgibt, ob sie eine zweite Amtszeit anstrebt.


