Europa, Bayern

Weber fordert GesprĂ€che ĂŒber europĂ€ischen Atomschirm

31.01.2026 - 13:37:57

Der französische PrÀsident hat schon 2020 einen europÀischen nuklearen Schutzschirm vorgeschlagen. Jetzt könnte das Projekt Fahrt aufnehmen.

Angesichts der Krise in den Beziehungen zwischen den USA und Europa hat EVP-Chef Manfred Weber die Staats- und Regierungschefs der EU aufgerufen, konkrete GesprĂ€che ĂŒber einen europĂ€ischen nuklearen Schutzschirm aufzunehmen. Den Vorschlag des französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron, dafĂŒr das französische Atomwaffenarsenal zur VerfĂŒgung zu stellen, sei gerade vor dem Hintergrund der «neuen Entwicklungen in den USA» ein «großzĂŒgiges Angebot», sagte er in Zagreb nach einem Spitzentreffen der EuropĂ€ischen Volkspartei, in der sich die konservativen Parteien Europas zusammengeschlossen haben. 

«Deshalb bin ich absolut dafĂŒr, dass die Staats- und Regierungschefs dieses Angebot wirklich aufgreifen, sich zusammensetzen und dann ĂŒberlegen, wie diese Option der französischen Atomwaffen fĂŒr die europĂ€ische Sicherheit genutzt werden kann», betonte der stellvertretende CSU-Vorsitzende Weber. «Ich begrĂŒĂŸe daher die Initiative von Macron sehr und auch all diejenigen, die jetzt zu dieser Diskussion beitragen. Das ist notwendig.»

Vorschlag stammt von 2020

Macron hatte Deutschland und anderen EU-Partnern bereits 2020 wĂ€hrend der ersten Amtszeit von US-PrĂ€sident Donald Trump GesprĂ€che ĂŒber eine europĂ€ische Kooperation bei der atomaren Abschreckung angeboten. Bei der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stieß er aber auf genauso wenig Resonanz wie bei ihrem Nachfolger Olaf Scholz (SPD). Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich dagegen bereits im Wahlkampf zu GesprĂ€chen darĂŒber bereit erklĂ€rt und das bei seinem Antrittsbesuch in Paris als Bundeskanzler im Mai bekrĂ€ftigt.

US-Arsenal deutlich grĂ¶ĂŸer als französisches 

Frankreich und Großbritannien, das der EU nicht mehr angehört, sind die einzigen beiden europĂ€ischen LĂ€nder, die Atomwaffen besitzen. Nach SchĂ€tzungen des Friedensforschungsinstituts Sipri verfĂŒgen die USA ĂŒber 1.770 einsatzbereite Atomwaffen und Frankreich ĂŒber 280. 

Die atomare Abschreckung der Nato basiert derzeit auf den US-Atomwaffen, von denen SchĂ€tzungen zufolge noch etwa 100 in Europa stationiert sein sollen - einige davon auf dem Fliegerhorst BĂŒchel in der Eifel. Im Ernstfall sollen sie von Kampfjets der Bundeswehr eingesetzt werden. Auch in Belgien, den Niederlanden, Italien und in der TĂŒrkei sollen noch US-Atombomben stationiert sein. Offizielle Angaben gibt es dazu nicht.

@ dpa.de