Emmanuel Macron, Frankreich

Konservative behalten wohl Oberhand im französischen Senat

24.09.2023 - 21:28:07

Der französische Senat ist in Teilen neu gewÀhlt worden. Das politische KrÀfteverhÀltnis hat sich dabei aber kaum verschoben.

Nach den Teilwahlen des französischen Senats zeichnet sich abermals eine Mehrheit fĂŒr die bĂŒrgerliche Rechte ab. Viele Senatoren und Senatorinnen seien wiedergewĂ€hlt worden, berichteten Medien am Abend unter Berufung auf erste Teilergebnisse.

Rund 77.000 Kommunal- und Regionalpolitiker waren zur Stimmabgabe aufgerufen. 170 der 348 Sitze im Oberhaus des Parlaments werden bei der indirekten Wahl neu vergeben.

Auch linkes Lager stabil

Als einstige Volkspartei sind die RĂ©publicains in der FlĂ€che gut verankert - im Gegenteil zu Macrons Partei Renaissance. Französische Medien berichteten, dass es fĂŒr den Staatschef bei der Wahl vorrangig darum ging, die eigenen Sitze zu halten und sich in seinem Lager keine großen Hoffnungen auf Zugewinne gemacht wurden.

Auch im linken Lager scheint die Sitzzahl zufolge stabil zu bleiben. Das gemeinsame Antreten von Sozialisten, GrĂŒnen und Kommunisten in einigen Gegenden dĂŒrfte sich somit ausgezahlt haben. Die Rechtsnationalen von Marine Le Pen schaffte es mit dem 38-jĂ€hrigen Christopher Szczurek im nordfranzösischen Pas-de-Calais zurĂŒck in die Parlamentskammer.

Macron muss weiter auf Stimmfang

Der Senat setzt sich aus 348 Mitgliedern zusammen, die fĂŒr sechs Jahre gewĂ€hlt werden. Alle drei Jahre wird etwa die HĂ€lfte der Sitze neu besetzt.

Der Senat redet bei der Gesetzgebung mit. Bei Konflikten mit der Nationalversammlung sitzen die dortigen Abgeordneten am lĂ€ngeren Hebel. Doch mit dem Verlust der absoluten Mehrheit des Macron-Lagers in der Nationalversammlung im vergangenen Jahr hat der Senat als Verhandlungspartner fĂŒr die Regierung an Bedeutung gewonnen.

FĂŒr Macron und die Regierung heißt das Ergebnis, dass sie fĂŒr ihre politischen Vorhaben weiter auf Stimmfang bei Abgeordneten wie Senatoren gehen mĂŒssen. Im Senat dĂŒrften sie dabei verstĂ€rkt auf UnterstĂŒtzung der Konservativen hoffen, die etwa auch fĂŒr die heftig umstrittene Rentenreform votierten.

@ dpa.de