Trump, Vertuschung

Trump legt Vertuschung von Bidens Krebserkrankung nahe

20.05.2025 - 00:33:07

Der frĂŒhere US-PrĂ€sident Biden hat Krebs. Sein Nachfolger Donald Trump streut nun öffentlich Zweifel daran, dass die Diagnose erst jetzt bekannt wurde.

US-PrĂ€sident Donald Trump hat eine mögliche Vertuschung der Krebserkrankung seines VorgĂ€ngers Joe Biden nahegelegt. Auf die Frage, ob er Biden nach der Prostatakrebs-Diagnose anrufen wĂŒrde, sagte Trump im Weißen Haus: «Ich bin ĂŒberrascht, dass die Öffentlichkeit nicht schon vor langer Zeit informiert wurde.» Denn es dauere lange, bis jemand zur Stufe 9 einer Krebserkrankung gelange. Trump betonte, ein solcher Test gehöre fĂŒr MĂ€nner eigentlich zum Standard bei einem medizinischen Routine-Check. 

Der 78-JĂ€hrige verlangte außerdem AufklĂ€rung, ob es sich bei Bidens behandelndem Arzt um den gleichen Mediziner handele, der dem Demokraten zuvor volle kognitive LeistungsfĂ€higkeit bescheinigt habe. «In beiden FĂ€llen war ein Arzt beteiligt. Vielleicht war es derselbe Arzt, und jemand verschweigt die Fakten», sagte Trump und schob nach: «Das ist ein großes Problem.» Die Leute sollten versuchen herauszufinden, was passiert sei. Mehrfach sagte der PrĂ€sident zugleich, die Situation sei sehr traurig. 

Bidens BĂŒro hatte zuvor öffentlich gemacht, dass beim Ex-PrĂ€sidenten Prostatakrebs diagnostiziert worden sei. Es handele sich um eine aggressivere und weit fortgeschrittene, aber behandelbare Form der Krankheit, berichteten US-Medien unter Berufung auf eine Mitteilung des Biden-BĂŒros. Demnach hat der Krebs bei dem 82-JĂ€hrigen auf die Knochen gestreut. 

Zweifel an Bidens geistiger Verfassung

Laut der Mitteilung wurde Bidens Krebs mit einem Gleason-Score von 9 (Gradgruppe 5) eingestuft. Nach Angaben der American Cancer Society lĂ€sst dies auf eine besonders aggressive Form schließen, bei der ein rasches Wachstum und eine Ausbreitung wahrscheinlich sind. 

Biden war im Januar aus dem Amt geschieden – als bis dahin Ă€ltester PrĂ€sident in der Geschichte der USA. UrsprĂŒnglich hatte er bei der Wahl 2024 erneut fĂŒr die Demokraten antreten wollen. Doch im Wahljahr gab es zunehmend Zweifel an seiner körperlichen und geistigen Verfassung. Die Diskussion ĂŒber seinen Zustand veranlasste Biden schließlich zum RĂŒckzug aus dem Rennen.

Trump hatte sich im Wahlkampf oft verĂ€chtlich ĂŒber Bidens geistige Verfassung geĂ€ußert - und tut das bis heute. Er stellt den Demokraten regelmĂ€ĂŸig als senilen, nicht zurechnungsfĂ€higen alten Mann dar, der im Amt von anderen gesteuert worden sei. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden von Bidens Krebserkrankung hatte Trump seinem VorgĂ€nger zunĂ€chst öffentlich gute Besserung gewĂŒnscht.

@ dpa.de