Selenskyj, Indiens

Selenskyj kritisiert Indiens GeschÀfte mit Putin

25.08.2024 - 17:26:07

Der indische Regierungschef hat Kiew besucht und den ukrainischen PrÀsidenten demonstrativ herzlich umarmt. Nun kommt Selenskyj aber kritisch auf die Haltung Indiens im Ukreine-Krieg zu sprechen.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat sich kritisch ĂŒber die GeschĂ€fte Indiens mit Russland geĂ€ußert. Kremlchef Wladimir Putin nutze das Geld aus dem Verkauf von Öl und Gas zur Finanzierung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine, sagte Selenskyj im GesprĂ€ch mit indischen Journalisten. «Er stiehlt die Milliarden seines Volkes», sagte Selenskyj ĂŒber Putin. Das russische Volk verarme, merke dies aber nicht, da Putin sowohl die Medien als auch alle sozialen Netzwerke kontrolliere.

Selenskyj schlug zugleich vor, den nĂ€chsten Ukraine-Friedensgipfel eventuell in Indien abzuhalten. Aktuell verhandle Kiew darĂŒber auch mit Saudi-Arabien, Katar und der TĂŒrkei. Beim ersten Friedensgipfel im Juni in der Schweiz hatte Indien zwar teilgenommen, aber das Abschlussdokument nicht unterzeichnet. Die Konferenz soll einen Friedensprozess einleiten, in den eines Tages auch Russland eingebunden werden soll.

Weiter sagte Selenskyj, Putins Kriegswirtschaft werde durch die Milliardensummen finanziert, die aus Indien, China und aus arabischen Staaten kommen. Kiew könne aber keinen Druck auf Neu-Delhi ausĂŒben. «Sie sind ein unabhĂ€ngiges Land, das ist Ihre Regierung», sagte er den indischen Reportern. Dennoch bat er sie, «darĂŒber nachzudenken», was getan werden könne, um den Geldfluss zu stoppen, der die russischen StreitkrĂ€fte stĂ€rke.

Der indische Regierungschef Narendra Modi hatte Kiew erst vor wenigen Tagen besucht und seine Hilfe angeboten, um den Krieg zu beenden. Konkrete VorschlĂ€ge machte er aber nicht. Trotzdem bedeutete der Besuch eine AnnĂ€herung, nachdem die Ukraine wegen des engen indischen VerhĂ€ltnisses zu Russland misstrauisch war. Kiew hofft aber auf UnterstĂŒtzung Indiens, weil es weltpolitisch eine wichtige Stimme ist. 

 

@ dpa.de