UN-Generaldebatte: Netanjahu verurteilt PalÀstina-Anerkennung
26.09.2025 - 16:23:07"Es wird ein Zeichen der Schande fĂŒr alle sein." Zu Beginn der Rede Netanjahus hatten zahlreiche Delegationen demonstrativ den Raum verlassen. WĂ€hrend der Protestaktion gab es Applaus. Die Sitzungsleitung versuchte wiederholt, den Raum zur Ruhe zu bringen. Nur mit Verzögerung konnte der Regierungschef seine Rede beginnen. Netanjahu behauptete, ein GroĂteil der Menschen in Gaza hĂ€tte die Taten der Hamas am 7. Oktober 2023 befĂŒrwortet oder gar gefeiert. Die PalĂ€stinenser wĂŒrden gegen eine Zweistaatenlösung sein. "Sie wollen keinen Staat neben Israel. Sie wollen einen palĂ€stinensischen Staat anstelle von Israel", so Netanjahu. Der PrĂ€sident der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hatte am Vortag in einer Botschaft an die UN-Vollversammlung erklĂ€rt, man wolle einen unabhĂ€ngigen Staat mit den Grenzen von 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Der israelische Regierungschef trug am Redepult einen QR-Code als Anstecker, der zu Inhalten fĂŒhren soll, die die Gewalt der Hamas am 7. Oktober 2023 zeigen sollen. Zudem lieĂ er einen Teil seiner Rede ĂŒber Lautsprecher entlang des Gazastreifens ĂŒbertragen, in der er sich an die Geiseln der Hamas richtete. "Wir werden nicht zögern, und wir werden nicht ruhen, bis wir Sie alle nach Hause gebracht haben", sagte er. Netanjahu reagierte auf den Vorwurf des Genozids an der palĂ€stinensischen Bevölkerung mit einer Attacke. "Diejenigen, die mit den Blutverleumdungen von Völkermord und Hunger gegen Israel hausieren gehen, sind nicht besser als diejenigen, die im Mittelalter mit Blutverleumdungen gegen die Juden hausieren gingen, als die AnklĂ€ger die Juden fĂ€lschlicherweise beschuldigten, Brunnen zu vergiften, die Pest zu verbreiten und das Blut von Kindern zum Backen von Pessach-Gerichten zu verwenden", sagte er. Der israelische Premierminister lobte zudem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). "Bundeskanzler Merz gab die Wahrheit zu: Israel macht die Drecksarbeit fĂŒr uns alle", zitierte Netanjahu. Er argumentierte, die USA hĂ€tten auf einen Angriff wie am 7. Oktober 2023 Ă€hnlich reagiert. Israel beschrĂ€nkt Hilfslieferungen in den Gazastreifen. Die IPC-Initiative hat Mitte August eine Hungersnot - die schlimmste der fĂŒnf IPC-Stufen fĂŒr ErnĂ€hrungsunsicherheit - fĂŒr einen Teil des Gazastreifens festgestellt. Ăber eine halbe Million Menschen sind demnach mit katastrophalen Bedingungen konfrontiert, die durch Hunger, Not und Tod gekennzeichnet sind. Weitere 1,07 Millionen Menschen befinden sich in einer Notsituation (IPC-Phase 4) und 396.000 Menschen in einer Krisensituation (IPC-Phase 3). Die Initiative rechnet damit, dass bis Ende September fast ein Drittel der Bevölkerung des Gazastreifens von katastrophalen Bedingungen betroffen sein wird.


