Deutschland, Afrika

Deutschland bietet sich Afrika als verlÀsslicher Partner an

20.11.2023 - 18:11:58

Der Kanzler war vor kurzem in Nigeria und Ghana, der BundesprÀsident in Tansania und Sambia. Ein Afrika-Gipfel in Berlin zeigt nun: Das Interesse ist durchaus gegenseitig.

  • Moussa Faki Mahamat (l-r), Olaf Scholz und Assoumani Azali beim «Compact with Africa»-Gipfel in Berlin. - Foto: Kay Nietfeld/dpa

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  • Bundeskanzler Olaf Scholz leitet den Investitionsgipfel «Compact with Africa». - Foto: Liesa Johannssen/REUTERS-Pool/dpa

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Moussa Faki Mahamat (l-r), Olaf Scholz und Assoumani Azali beim «Compact with Africa»-Gipfel in Berlin. - Foto: Kay Nietfeld/dpaBundeskanzler Olaf Scholz leitet den Investitionsgipfel «Compact with Africa». - Foto: Liesa Johannssen/REUTERS-Pool/dpa

Deutschland bietet sich den Staaten Afrikas als langfristiger und zuverlĂ€ssiger wirtschaftlicher Partner an. Diese Zusammenarbeit beispielsweise bei der Produktion klimafreundlicher Energie wie grĂŒnem Wasserstoff sei in beiderseitigem Interesse, wie Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier in Berlin deutlich machten.

«Afrika ist unser Wunschpartner, wenn es darum geht, unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu intensivieren und den gemeinsamen Weg in eine klimaneutrale Zukunft zu gehen», sagte Scholz beim Gipfel «Compact with Africa». Die Bundesregierung werde die EU-Afrika-Initiative fĂŒr grĂŒne Energie bis 2030 mit vier Milliarden Euro unterstĂŒtzen.

AU-Chef: «Es gibt kein Monopol»

Der Vorsitzende der Afrikanischen Union, Azil Assoumani, und der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat, versicherten angesichts der bereits starken PrĂ€senz Chinas, Afrika sei offen auch fĂŒr andere Partnerschaften. «Es gibt kein Monopol. Jeder hat seinen Platz», betonte Assoumani. Beide Politiker betonten, dass die Schulden der afrikanischen Staaten und die Zinslast zu hoch seien. Das hemme eigene Investitionen dieser Staaten. «Die Schuldenlast stellt ein Joch dar», sagte Faki. Sie mĂŒsse gesenkt werden.

Assoumani, der Scholz «unseren lieben Bruder» nannte, rief «den soliden Partner Deutschland» dazu auf, «uns zu unterstĂŒtzen fĂŒr mehr Fortschritt und Wohlstand in Afrika und der gesamten Welt».

BundesprĂ€sident wirbt fĂŒr Zusammenarbeit

Steinmeier wies darauf hin, dass ein gemeinsames Auftreten der Staaten Europas und Afrikas deren Gewicht in der Welt erhöhe. «Wir sind stĂ€rker, wenn wir gemeinsam handeln», sagte er bei einem Mittagessen fĂŒr die nach Berlin gekommenen afrikanischen Staats- und Regierungschefs. «Auf der WeltbĂŒhne haben wir nur dann ein Gewicht, wenn wir - wo es nur geht - fĂŒr unsere Kontinente mit einer Stimme sprechen. Und mehr noch: wenn wir als EuropĂ€ische Union und Afrikanische Union gemeinsame Positionen definieren und durchsetzen.»

«Compact with Africa» geht auf eine Initiative Deutschlands wĂ€hrend seines Vorsitzes in der Gruppe der G20-Staaten 2017 zurĂŒck. Diese zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den teilnehmenden Staaten zu verbessern, um sie attraktiver fĂŒr auslĂ€ndische private Investitionen zu machen. Inzwischen gehören 13 LĂ€nder des afrikanischen Kontinents der Staatengruppe an: Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, CĂŽte d’Ivoire, Ghana, Guinea, die Demokratische Republik Kongo, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien. Weitere Staaten sind an einer Aufnahme interessiert.

An dem Gipfel in Berlin nahmen EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen, EU-RatsprÀsident Charles Michel, Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron und der niederlÀndische Regierungschef Mark Rutte teil. Scholz nutzte die Konferenz auch zu bilateralen GesprÀchen mit einzelnen Staats- und Regierungschefs.

Scholt sieht «enormes wirtschaftliches Potenzial»

Der Kanzler betonte, die Compact-Partnerschaft funktioniere. «Die Compact-LĂ€nder schneiden mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung im Vergleich zu Gesamt-Afrika ĂŒberdurchschnittlich gut ab.» Die auslĂ€ndischen Direktinvestitionen seien in diesen LĂ€ndern im vergangenen Jahr wieder massiv gestiegen. Mit Blick auf den Ausbau der ökonomischen Beziehungen sagte Scholz: «Klar ist, das enorme wirtschaftliche Potenzial wird sich nur durch große private Investitionen heben lassen.»

Das Interesse deutscher Unternehmen an Afrika mit seinem Rohstoffreichtum und seinem enormen Potenzial an klimafreundlichen Energien sei immens, sagte Scholz. Die Regierung erleichtere Privatinvestitionen durch gĂŒnstige Garantiekonditionen. Aus Sicht der Bundesregierung gehe es nicht mehr allein darum, Rohstoffe abzubauen, sondern auch den ersten Verarbeitungsschritt in Afrika selbst zu machen. «Das schafft ArbeitsplĂ€tze und Wohlstand in diesen LĂ€ndern und die deutsche Industrie gewinnt verlĂ€ssliche Lieferanten.»

Die Entwicklungsorganisation One forderte die Bundesregierung zum konkreten Handeln auf: «Die deutsche Regierung sollte nicht nur von Investitionen sprechen, sondern sie konkret planen und unterstĂŒtzen», erklĂ€rte Stanley Achonu, der Nigeria-Direktor von One.

@ dpa.de