Israel greift Irans Atomanlagen an - Explosionen in Teheran
13.06.2025 - 03:51:35Israel hat mit dem erwarteten Angriff auf Irans Atomanlagen begonnen. Bei dem Einsatz handele es sich um «eine prÀventive, prÀzise, kombinierte Offensive», um das iranische Atomprogramm und andere militÀrische Ziele zu attackieren, teilte das MilitÀr in der Nacht. Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wurden laute Explosionen gemeldet. «Diese Operation wird so viele Tage andauern, wie es braucht, um diese Bedrohung zu beseitigen», sagte Israels MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu in einer Videoansprache.
Die mit Israel verbĂŒndeten USA sind nach Regierungsangaben aus Washington nicht an dem Angriff beteiligt. Der Iran hatte diese Woche bereits mit GegenschlĂ€gen im Falle eines Angriffs gedroht.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz rief fĂŒr sein Land den Ausnahmezustand aus. Nach einem «PrĂ€ventivschlag» gegen den Iran sei «in unmittelbarer Zukunft» mit einem Raketen- und Drohnenangriff auf Israel zu rechnen, sagte Katz in der Nacht nach Angaben der «Times of Israel».Â
Berichte: Rauch an iranischer Atomanlage
Iranische Medien zeigten Bilder zerstörter HĂ€userfassaden in Teheran. In Videos war zu sehen, wie RettungskrĂ€fte unter TrĂŒmmern nach VerschĂŒtteten suchen. Ein Reporter im Staatsfernsehen sagte, er habe bereits mehrere Todesopfer gesehen. An der Atomanlage Natans im Zentrum der Islamischen Republik stieg Rauch auf, wie das Staatsfernsehen verkĂŒndete.Â
Dutzende von Kampfflugzeugen hĂ€tten «die erste Phase» des Einsatzes abgeschlossen, teilte das israelische MilitĂ€r auf Telegram mit. Es seien Dutzende von militĂ€rischen Zielen, darunter auch nukleare Ziele in verschiedenen Regionen des Iran attackiert worden, hieĂ es.Â
Der Streit ĂŒber das iranische Atomprogramm hatte sich zuletzt immer mehr zugespitzt. Man habe die MilitĂ€roperation gestartet, «um die iranische Bedrohung fĂŒr das Ăberleben Israels zurĂŒckzudrĂ€ngen», sagte Israels Regierungschef Netanjahu in der aufgezeichneten Ansprache.
US-PrĂ€sident Donald Trump hatte den Iran in den vergangenen Monaten mehrfach gewarnt, dass es ohne eine Einigung im Atomstreit zu einem MilitĂ€reinsatz kommen könnte. Er wolle das zwar nicht, sei aber dazu bereit, sagte der US-PrĂ€sident sinngemĂ€Ă.
Sorge vor Angriff zuletzt gestiegen
Zuletzt war im Nahen Osten die Sorge vor einem möglichen Angriff Israels auf den Iran gewachsen. Ende Mai hatten US-Medien berichtet, Israel habe eine mögliche Attacke auf die iranischen Atomanlagen bereits vorbereitet.Â
Die politische FĂŒhrung des Irans beteuert immer wieder, dass sie nicht nach Atomwaffen strebe und die Nuklearanlagen fĂŒr zivile Zwecke nutzen wolle. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und viele Staaten sind jedoch besorgt, dass Teheran immer nĂ€her an den Punkt rĂŒckt, solche Waffen herstellen zu können. Denn der Iran produziert als einziger kernwaffenfreier Staat Uran mit beinahe waffentauglichem Reinheitsgrad.
Diese Woche hatte zudem das Lenkungsgremium der IAEA in einer Resolution formell festgestellt, dass Teheran gegen seine Verpflichtung verstoĂen habe, sein gesamtes Atomprogramm offenzulegen. Die Resolution, die im IAEA-Gouverneursrat verabschiedet wurde, drohte auch mit der Einschaltung des UN-Sicherheitsrates.Â
Seit April Verhandlungen ĂŒber BeschrĂ€nkungen des Atomprogramms
Die USA und der Iran verhandeln seit April ĂŒber mögliche erneute BeschrĂ€nkungen des iranischen Atomprogramms. Trump Ă€uĂerte sich zuletzt wenig optimistisch ĂŒber die GesprĂ€che. «Ich bin jetzt weniger zuversichtlich als noch vor ein paar Monaten», sagte er diese Woche in einem Podcast.
Zugleich reduzierten die USA als Israels wichtigster VerbĂŒndeter diese Woche aus SicherheitsgrĂŒnden ihr Botschaftspersonal im Irak. BefĂŒrchtet wurde, dass die FĂŒhrung der Islamischen Republik im Fall eines israelischen Angriffs VergeltungsschlĂ€ge gegen US-StĂŒtzpunkte in der Region anordnen könnte.
Auf das Botschaftspersonal angesprochen, sagte US-PrÀsident Donald Trump in Washington: «Sie werden abgezogen, weil es ein gefÀhrlicher Ort sein könnte. Wir werden sehen, was passiert.» Der Iran «kann keine Atomwaffen haben, das werden wir nicht erlauben», sagte Trump.


