Iran, Richtlinie

Iran: Richtlinie fĂŒr islamische Kleiderordnung verabschiedet

14.07.2024 - 00:56:30

Der Kopftuchzwang im Iran ist spÀtestens seit der Frauenbewegung 2022 zu einem Politikum geworden. Immer mehr Frauen und MÀdchen legen das Kopftuch ab. Eine neue Richtlinie soll das stoppen.

Im Iran ist eine neue Richtlinie fĂŒr die islamische Kleiderordnung fĂŒr Frauen verabschiedet worden. Die Entscheidung des sogenannten höchsten Kulturrates wurde laut Nachrichtenagentur Isna den Behörden, der Polizei und den SittenwĂ€chtern ĂŒbermittelt. Die Richtlinie dĂŒrfte laut Beobachtern dafĂŒr sorgen, dass Frauen weiterhin streng auf das Einhalten der Kleiderordnung, insbesondere auf das Tragen des Kopftuchs hin kontrolliert werden. 

Teils gewaltsame Kontrollen hatten in den vergangenen Monaten zu heftiger Kritik im In- und Ausland gefĂŒhrt und waren ebenfalls eines der Hauptthemen im PrĂ€sidentenwahlkampf. Auch der spĂ€tere Sieger Massud Peseschkian kritisierte die Kontrollen der SittenwĂ€chter und versprach den Frauen, diese umgehend zu stoppen. 

Ob der moderate Peseschkian sich jedoch diesbezĂŒglich durchsetzen kann, ist fraglich. Das von Hardlinern dominierte Parlament arbeitet seit Monaten an einem Gesetzentwurf, der kĂŒnftig bei VerstĂ¶ĂŸen gegen die islamischen Kleidungsregeln eine noch hĂ€rtere Gangart sowie drakonische Strafen vorsieht. 

Seit der Frauenbewegung im September 2022 haben das islamische System und seine SittenwÀchter einen verschÀrften Kurs zur Kontrolle der islamischen Kleidungsregeln eingeschlagen. Frauen ohne Kopftuch werden zunÀchst verwarnt. Bei Nichtbeachtung der Warnungen werden sie festgenommen und auf die Polizeiwache gebracht. 

Auslöser der Proteste war damals der Tod der jungen iranischen Kurdin Mahsa Amini. Weil unter ihrem Kopftuch ein paar HaarstrÀhnen zu sehen waren, wurde sie von der Sittenpolizei verhaftet und starb in Polizeigewahrsam.

@ dpa.de