DHL, ZusatzgeschÀft DHL hofft auf ZusatzgeschÀft durch Handelskrieg
12.05.2025 - 00:01:00
Der Logistikkonzern DHL könnte nach EinschĂ€tzung des Konzernchefs vom Handelskrieg und den Zöllen, die US-PrĂ€sident Donald Trump eingefĂŒhrt hat, profitieren.
Der DHL-Vorstandsvorsitzende Tobias Meyer sagte der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe), dass die hohen Zölle zwischen den USA und China dem Bonner Dax-Mitglied "zusĂ€tzliches GeschĂ€ft bringen" könnten: "Unternehmen bauen ihre Lieferketten um, und dies fĂŒhrt teils zu mehr Transporten", sagte der 49-JĂ€hrige, der DHL seit zwei Jahren fĂŒhrt.
"AuĂerdem ist der Marktanteil von DHL auf der Route China - USA klein im Vergleich zu unserem Anteil auf anderen Routen. Gewinnen andere Routen an Bedeutung zulasten des Handels China-USA, ist das gut fĂŒr DHL." Meyer verwies auch darauf, dass das Unternehmen - der Mutterkonzern der Deutschen Post - an der ZollbĂŒrokratie verdiene: "Mehr Verzollung bedeutet mehr Arbeit fĂŒr Dienstleister wie uns. Die Arbeit rechnen wir ab."
Meyer sprach auch ĂŒber seinen Plan, den Konzern mit weltweit 602.000 BeschĂ€ftigten klimafreundlicher zu machen.
Unter anderem soll bis 2030 fast ein Drittel des Treibstoffs der DHL-Transportflugzeuge aus klimafreundlicher Produktion stammen, also nicht auf Rohöl beruhen. Er warnte allerdings, dass die ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr nachhaltige Treibstoffe nicht schnell genug wĂŒchsen: "Das bereitet uns Sorgen."
Von der neuen Bundesregierung wĂŒnscht sich Meyer BĂŒrokratieabbau, zum Beispiel bei der Genehmigung von Bauprojekten: Wegen der vielen komplizierten Regeln sei inzwischen manche Gemeinde "völlig ĂŒberfordert damit, ein Planfeststellungsverfahren gerichtsfest abzuschlieĂen", klagte er in dem GesprĂ€ch. "GröĂere Gemeinden bekommen das vielleicht noch hin, haben jedoch nicht genug KapazitĂ€ten, sodass alles ewig dauert. Auch die Klagemöglichkeiten fĂŒr BĂŒrger fĂŒhren dazu, dass sich Verfahren sehr lange hinziehen." Meyer sagte der SZ, es sei besser, "ein Vorhaben intensiv zu prĂŒfen, aber zĂŒgig zu entscheiden. Dann ist vielleicht eine Seite unzufrieden, doch das Leben geht weiter".