Marine-Inspekteur, KabelvorfÀlle

Marine-Inspekteur wertet KabelvorfÀlle als gezielte Sabotage

15.02.2025 - 08:07:37

Der Marine-Inspekteur der Bundeswehr, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, bewertet die sich hÀufenden SchadensfÀlle an Seekabeln in der Ostsee als gezielte Sabotage.

"Schon die HÀufung dieser VorfÀlle spricht gegen ZufÀlle", sagte er dem "Spiegel". Es handle sich vielmehr um "klare Provokationen, die immer die Gefahr bergen, eskalatorisch zu wirken". Seit Beginn des Ukrainekriegs gab es mindestens zehn Unterbrechungen von Datenkabeln und mehrere VorfÀlle an Energieleitungen.

Die Entschuldigungen vieler Crews, es handle sich bei den heruntergelassenen Ankern, die meist fĂŒr die Kabelrisse verantwortlich sind, um unbeabsichtigte UnfĂ€lle, hĂ€lt Kaack fĂŒr vorgeschoben. "Niemand sollte da naiv sein. Man kann das Ausrauschen eines Ankers nicht nicht mitbekommen", so der oberste Offizier der deutschen Marine. Das Ausrauschen klinge "ungefĂ€hr so, als ob ein Kampfpanzer ĂŒber den Marktplatz von OsnabrĂŒck fahren wĂŒrde. Das bleibt nicht unbemerkt". Dazu fahre das Schiff dann deutlich langsamer und schlingere "wie ein Auto mit plattem Reifen". Die Marine habe derzeit "die kleinste Flotte aller Zeiten" und mĂŒsse deren EinsĂ€tze entsprechend priorisieren, sagte Kaack weiter. Bereits seit den AnschlĂ€gen auf die Nord-Stream-Pipelines sei indes "immer eine Minenjagdeinheit in erhöhter Bereitschaft, um schnell rausgehen zu können". Schon die Entsendung von schnellen KrĂ€ften habe eine gewisse Abschreckungswirkung, sagte der Vizeadmiral. "Wer sieht, dass ein oder gar mehrere Kriegsschiffe auf ihn zukommen, wird von seiner Aktion möglicherweise eher absehen."

@ dts-nachrichtenagentur.de