Ausland, Israel

MilitĂ€rexperte Masala wirbt fĂŒr militĂ€rische Hilfe fĂŒr Israel

11.10.2023 - 01:03:18

Der MilitĂ€rexperte Carlo Masala hat sich fĂŒr eine militĂ€rische UnterstĂŒtzung Israels durch Deutschland ausgesprochen.

"Wenn die Israelis Deutschland um militÀrische Hilfe bitten, sollten wir dies auch anbieten", sagte Masala den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). Auf die Frage, in welcher Form Deutschland militÀrische Hilfe leisten sollte, antwortete er: "Das ist die Entscheidung der Israelis. Deutschland wird sicherlich keine Bodentruppen entsenden. Deutschland könnte den SanitÀtsdienst schicken, vielleicht bei der maritimen Seite helfen oder durch ABC-Schutz."

Der Professor fĂŒr Internationale Politik an der UniversitĂ€t der Bundeswehr MĂŒnchen rechnet beim Kampf gegen die radikalislamische Terror-Organisation Hamas mit einer "langen und sehr gefĂ€hrlichen Intervention" Israels im Gazastreifen. "Die israelische Regierung hat die Marschroute ausgegeben, der Hamas politisch und militĂ€risch das RĂŒckgrat zu brechen", sagte Masala. Eine Bodenoffensive in Gaza wĂŒrde in urbanem GelĂ€nde stattfinden. "Das gehört mit zu den schwierigsten und kompliziertesten Operationsarten." Die Situation fĂŒr die verschleppten Geiseln sei generell hochgefĂ€hrlich. "Bei einer laufenden Bodenoffensive wird sie noch gefĂ€hrlicher." Ein Zwei-Fronten-Krieg sei "nicht unwahrscheinlich", prognostizierte Masala. "Wir sehen den Versuch der Hisbollah, einen Zwei-Fronten-Krieg zu eröffnen." Die Frage sei, ob die Entsendung des FlugzeugtrĂ€gers "USS Ford" sowie weiterer US-Kriegsschiffe abschreckend genug auf den Iran und die Hisbollah wirke, diese zweite Front nicht aufzumachen. Das Risiko, das sich der Konflikt zu einem großen Krieg ausweitet, sieht Masala nicht. "Die Russen haben kein Interesse an einer absoluten Eskalation des Konflikts. Im Übrigen ist die WaffenbrĂŒderschaft zwischen Russland und dem Iran keine Allianz, die sich gegenseitig Beistand versichert." Auf die Frage, warum Israels Sicherheitsdienste die massiven Terrorattacken der Hamas nicht hĂ€tten kommen sehen, antwortete der Politikwissenschaftler: "Die Frage ist, ob der Geheimdienst wirklich keinen Schimmer hatte. Oder ob er Informationen ĂŒber einen bevorstehenden Anschlag bekommen hat, diese aber falsch interpretiert hat. Das alles können wir derzeit nicht wissen", so Masala. "Allerdings ist es relativ unwahrscheinlich, dass eine derart massive Operation dem Geheimdienst komplett entgangen ist."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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