Kennedy-Vize, Denken

Kennedy-Vize: Denken ĂŒber Zusammenschluss mit Trump nach

20.08.2024 - 21:24:24

Der parteilose PrÀsidentschaftsbewerber Kennedy hat bei der US-Wahl keine Chance. Aber er könnte Harris oder Trump Stimmen kosten. Jetzt prÀsentiert seine Vizekandidatin eine interessante ErwÀgung.

Die VizeprĂ€sidentschaftskandidatin des parteilosen US-PrĂ€sidentschaftsbewerbers Robert F. Kennedy hat einen Zusammenschluss mit Ex-PrĂ€sident Donald Trump ins Spiel gebracht. Es gebe nun zwei Optionen, sagte Nicole Shanahan in einem Interview. Entweder man bleibe im Rennen und riskiere, dass die Demokratin Kamala Harris die PrĂ€sidentschaftswahl am 5. November gewinne. Oder man schließe sich jetzt mit dem Republikaner Trump zusammen. Das sei ganz klar «keine leichte Entscheidung». Sie fĂŒgte hinzu: «Ich bin nicht in GesprĂ€chen mit Trump, das möchte ich nur klarstellen.»

Kennedy: Bin bereit, mit allen Parteien zu sprechen

Es blieb offen, inwieweit Shanahan die Positionierung mit Kennedy abgesprochen hat. Ohne auf das Interview einzugehen, schrieb der Neffe des legendĂ€ren Ex-PrĂ€sidenten John F. Kennedy auf X: «Wie immer bin ich bereit, mit fĂŒhrenden Vertretern aller politischen Parteien zu sprechen, um die Ziele voranzubringen, fĂŒr die ich mich seit 40 Jahren in meiner Karriere und in diesem Wahlkampf eingesetzt habe.» Am Wochenende hatte es Berichte gegeben, wonach Kennedy Harris im Wahlkampf unterstĂŒtzen wolle - im Gegenzug fĂŒr einen Kabinettsposten nach ihrem möglichen Wahlsieg.

Shanahan wies das zurĂŒck. Man habe «definitiv niemals» GesprĂ€che mit Harris gefĂŒhrt, sagte sie. «Trump hat ein echtes, aufrichtiges Interesse an unserer Politik in Bezug auf chronische Krankheiten gezeigt. Er nimmt das Thema ernst», lobte sie hingegen den 78-JĂ€hrigen. Nun gehe es darum, sich anzuschauen, wie hoch das Risiko einer PrĂ€sidentschaft von Harris sei, und ob man Trump trauen könne. 

Chancenlos - aber nicht ohne Einfluss

Kennedy ist bei der PrÀsidentenwahl im November chancenlos - in Umfragen liegt er im Schnitt bei nur rund 5 Prozent. Allerdings schauen sowohl die Demokraten als auch die Republikaner mit Sorge auf ihn. Es lÀuft bei der Wahl auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump und Harris hinaus - Kennedy könnte dem Republikaner oder der Demokratin mit seiner Kandidatur entscheidende Prozente streitig machen. Aktuell sieht es so aus, als ob seine Kandidatur eher Trump schadet.

Als Aktivist und Anwalt setzte Kennedy sich fĂŒr Umweltanliegen wie sauberes Wasser ein. In der jĂŒngeren Vergangenheit wurde der erklĂ€rte Impfgegner von Demokraten und Mitgliedern seiner Familie wegen der Verbreitung von Verschwörungsmythen und des Kontakts zu rechtsextremen Politikern hĂ€ufig kritisiert. 

Im MĂ€rz holte er die GeschĂ€ftsfrau Shanahan an seine Seite. Die 38 Jahre alte wohlhabende Juristin und Unternehmerin war von 2018 bis 2023 mit dem Google-MitgrĂŒnder und MilliardĂ€r Sergey Brin verheiratet. Die 38-JĂ€hrige wuchs in einfachen VerhĂ€ltnissen als Tochter einer chinesischen Einwanderin auf. 

 

@ dpa.de