Niger:Â Ecowas-Parlament will eigene Vermittler schicken
13.08.2023 - 12:47:32 | dpa.de
Im Konflikt zwischen der neuen MilitĂ€rjunta im Niger und den Nachbarstaaten will das Parlament der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas ein eigenes Vermittlungsteam zu den Putschisten schicken. Das beschlossen die Abgeordneten des Wirtschaftsblocks bei einer auĂerordentlichen virtuellen Sitzung am Samstag, wie der staatliche nigerianische Auslandsrundfunk Voice of Nigeria am Sonntag berichtete.
Die Ecowas-Staatschefs hatten am Donnerstag bei einem Sondergipfel angeordnet, eine militĂ€rische Bereitschaftstruppe zu aktivieren, um die verfassungsmĂ€Ăige Ordnung nach dem Staatsstreich im Niger wiederherzustellen. Zugleich sollten diplomatische BemĂŒhungen um eine friedliche Lösung weiter Vorrang haben. Nigers neue Machthaber haben sich bislang geweigert, offizielle Ecowas-Delegationen zu empfangen. Eine Gruppe islamischer Geistlicher reiste am Samstag in den Niger.
Der Niger, ein Land mit rund 26 Millionen Einwohnern und einer der Ă€rmsten Bevölkerungen der Welt, war bis zu dem Putsch einer der letzten demokratischen Partner der USA und europĂ€ischer Staaten in der Sahelzone am sĂŒdlichen Rand der Sahara. Frankreich und die USA haben wichtige MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in dem Land, das zudem an einer zentralen Migrationsroute nach Europa liegt. Am 26. Juli entmachtete das MilitĂ€r den PrĂ€sidenten und setzte die Verfassung aus. Die Putschisten haben seither eine eigene Ăbergangsregierung benannt.
Die Delegation des Ecowas-Parlaments umfasst den Angaben zufolge Abgeordnete aus den meisten der aktiven elf Ecowas-Mitgliedstaaten - vier Staaten einschlieĂlich des Nigers sind nach MilitĂ€rputschen suspendiert. Bei einer Diskussion im Parlament sprachen sich dem Bericht zufolge die meisten Abgeordneten gegen eine mögliche MilitĂ€rintervention im Niger aus. Andere forderten, dass der Staatenblock sich gegen MilitĂ€rputsche zur Wehr setzen mĂŒsse.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

