Nach Schlappe: Thailands Premierkandidat gibt nicht auf
14.07.2023 - 05:53:32Nach seiner Schlappe bei der ersten Abstimmung ĂŒber den kĂŒnftigen Regierungschef Thailands ist der pro-demokratische Spitzenkandidat Pita Limjaroenrat zuversichtlich, beim nĂ€chsten Votum doch noch eine Mehrheit hinter sich zu bringen. «Ich akzeptiere das Ergebnis, aber ich werde nicht aufgeben», zitierte ihn die Zeitung «Bangkok Post». «Ich werde Strategien finden, um in der nĂ€chsten Wahlrunde genĂŒgend UnterstĂŒtzung zu sammeln.»
Das Parlament soll am nĂ€chsten Mittwoch erneut abstimmen. Gestern hatte der 42-JĂ€hrige, der der einzige Kandidat war, nur 324 Stimmen von insgesamt 749 Stimmen bekommen. FĂŒr eine einfache Mehrheit wĂ€ren 375 Stimmen nötig gewesen.
Proteste gegen striktes Gesetz
Knackpunkt ist das Vorhaben von Pitas progressiver Partei Move Forward Party, das kontroverse LÚse-Majesté-Gesetz zu Àndern: Das beliebte Urlaubsland bestraft MajestÀtsbeleidigung so hart wie kaum ein anderes Land. Der Artikel 112 sieht lange Haftstrafen vor. Dagegen gibt es in der Bevölkerung schon lange Proteste.
Viele konservative Politiker wollen aber an dem Gesetz in seiner jetzigen Form festhalten - und verweigern Pita deshalb ihre Stimme. «Wenn wir zulassen, dass Menschen die Monarchie beleidigen, wird unser Land brennen», sagte Chada Thaiset von der Partei Bhumjaithai, die bei der Parlamentswahl im Mai den dritten Platz belegt hatte.
MilitÀr verÀnderte MachtverhÀltnisse
Politische Beobachter in Bangkok glauben, dass Pita deutlich mehr Stimmen gewinnen wĂŒrde, wenn er von seinem harten Kurs bezĂŒglich der angestrebten Reform abrĂŒcken wĂŒrde. «Ich werde weiter darauf drĂ€ngen, den Artikel zu Ă€ndern, so wie ich es versprochen habe», betonte Pita jedoch kurz nach dem verlorenen Votum.
Die Move Forward Party hatte die Parlamentswahl vor zwei Monaten klar gewonnen und danach eine Koalition aus acht Parteien gebildet. Im Abgeordnetenhaus verfĂŒgt Pita damit ĂŒber eine Mehrheit - wegen einer besonderen Verfassungsklausel reichen diese Stimmen aber nicht aus. Denn das mĂ€chtige MilitĂ€r hatte die Verfassung nach seinem Putsch 2014 zu seinen Gunsten verĂ€ndert: Ăber den MinisterprĂ€sidenten stimmen neben den neu gewĂ€hlten Abgeordneten auch 250 von der Armee ernannte Senatoren ab.


