Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
07.10.2023 - 06:14:42Bei massiven und ĂŒberraschenden Raketenangriffen aus dem Gazastreifen sind am Samstag in Israel nach ersten Erkenntnissen eine Frau getötet und 15 Menschen verletzt worden. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas erklĂ€rte am Morgen den Beginn einer «MilitĂ€roperation» gegen Israel. Hamas habe beschlossen, israelischen «Verbrechen» ein Ende zu setzen, sagte der MilitĂ€rchef Mohammed Deif in einer Botschaft.
In verschiedenen StĂ€dten Israels heulten die Warnsirenen, wie die Armee mitteilte. Auch in Tel Aviv war Raketenalarm zu hören. Das MilitĂ€r rief die Einwohner der sĂŒdlichen und zentralen Landesteile auf, in geschĂŒtzten Bereichen zu bleiben. Israel feiert gerade das jĂŒdische Fest Simchat Tora (Freude der Tora). MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu wollte im Verlauf des Tages Sicherheitsberatungen mit Vertretern des Verteidigungsministeriums und der Armee abhalten.
Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, eine etwa 60 Jahre alte Frau sei bei einem direkten Treffer nahe Gedera tödlich verletzt worden. Zwei Menschen hĂ€tten bei den Angriffen aus Gaza schwere Verletzungen erlitten. Laut Rettungsdienst wurden weitere Menschen im SĂŒden und in der KĂŒstenebene in KrankenhĂ€user gebracht.
Auch in der KĂŒstenmetropole Tel Aviv wurde nach Armeeangaben ein Haus getroffen. Es war zunĂ€chst unklar, ob es dabei Verletzte gab. Der Rettungsdienst rief wegen eines Mangels an Blutkonserven zu dringenden Blutspenden im Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv auf. SanitĂ€ter berichteten auĂerdem von Verletzten bei den Raketenangriffen im Bereich der Ortschaften Aschkelon, Gedera und Javne.
Unerwarteter Angriff
Der massive Angriff aus dem Gazastreifen kam unerwartet. Die Lage besonders im besetzten Westjordanland hatte sich allerdings zuletzt wieder zugespitzt. Seit Donnerstag waren dort vier PalÀstinenser bei eigenen AnschlÀgen oder Konfrontationen mit der Armee getötet worden.
Die Sicherheitslage in Israel und dem Westjordanland ist seit langem angespannt. Seit Jahresbeginn wurden 27 Israelis, eine Ukrainerin und ein Italiener bei AnschlÀgen getötet. Im selben Zeitraum kamen mehr als 200 PalÀstinenser bei israelischen MilitÀreinsÀtzen, Konfrontationen oder nach eigenen AnschlÀgen ums Leben.
Israel hatte 1967 das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die PalĂ€stinenser beanspruchen diese Gebiete fĂŒr einen unabhĂ€ngigen Staat PalĂ€stina mit dem arabisch geprĂ€gten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt.
An der Gaza-Grenze war es im vergangenen Monat mehrfach zu gewaltsamen Protesten gekommen. Dabei wurden auch SprengsĂ€tze auf Soldaten geworfen, mehrere PalĂ€stinenser wurden durch SchĂŒsse verletzt. Die israelische Luftwaffe griff angesichts der VorfĂ€lle mehrmals Posten der im Gazastreifen herrschenden militanten PalĂ€stinenserorganisation Hamas an.
Im Gazastreifen leben mehr als zwei Millionen Menschen nach UN-Angaben unter sehr schlechten Bedingungen. Die von EU, USA und Israel als Terrororganisation eingestufte Hamas hatte 2007 gewaltsam die alleinige Macht an sich gerissen. Israel verschĂ€rfte daraufhin eine Blockade des KĂŒstengebiets, die von Ăgypten mitgetragen wird.







