Kremlnaher Ex-PrÀsidentenkandidat in RumÀnien festgenommen
26.02.2025 - 12:55:31In RumĂ€nien ist der prorussische Rechtsextremist und Ex-PrĂ€sidentschaftskandidat Calin Georgescu festgenommen worden. Das bestĂ€tigte Georgescus Wahlkampf-Team auf dessen Facebook-Profil. Medien berichteten unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, dass er nach fĂŒnfstĂŒndigem Verhör unter Auflagen auf freien FuĂ kam.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem «Anstiftung zu Aktionen gegen die verfassungsmĂ€Ăige Ordnung» vor, Verbreitung falscher Informationen, falsche Angaben zur Wahlkampf-Finanzierung, GrĂŒndung einer faschistischen und antisemitischen Organisation sowie öffentlichen Kult fĂŒr Verbrechen gegen die Menschlichkeit und fĂŒr faschistische und rassistische Ideologien vor.Â
Die Staatsanwaltschaft nennt Georgescus Namen in ihrer Mitteilung zu den VorwĂŒrfen nicht. TV-Bilder zeigten, wie Georgescu das GebĂ€ude der Staatsanwaltschaft betrat, flankiert von Polizisten. Hunderte AnhĂ€nger von Georgescu demonstrierten vor dem GebĂ€ude der Staatsanwaltschaft, wĂ€hrend dieser stundenlang verhört wurde.
Wahl muss wiederholt werden
Georgescu hatte die erste Runde der PrĂ€sidentenwahl in RumĂ€nien am 24. November ĂŒberraschend fĂŒr sich entschieden. Kurz vor der Stichwahl annullierte allerdings das Verfassungsgericht die erste Runde wegen UnregelmĂ€Ăigkeiten bei der Wahlkampf-Finanzierung. Die Wahl muss wiederholt werden.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Dezember 2024 gegen Georgescu. RumĂ€niens Geheimdienste hatten zudem eine Einmischung Russlands in Georgescus Wahlkampf moniert. Vertreter der Partei AUR, die Georgescu unterstĂŒtzt, bekundeten nach seiner Festnahme ihre SolidaritĂ€t.Â
Auch Hausdurchsuchungen nach Geldern und illegalen Waffen
AuĂerdem fanden landesweit Dutzende Hausdurchsuchungen bei AnhĂ€ngern Georgescus statt, wie die Generalstaatsanwaltschaft in Bukarest berichtete. Dabei geht es um die Wahlkampf-Finanzierung sowie um mutmaĂlich gesetzwidrige rechtsextreme Propaganda. Die Ermittler suchten nach eigenen Angaben auch nach Waffen. Ăber das Ergebnis dieser Aktionen gab es keine offiziellen Angaben.Â
Medien berichteten unter Berufung auf nicht genannte Ermittler, Ziel der Durchsuchungen seien FremdenlegionÀre mit Verbindungen nach Russland und Tschetschenien sowie zu deren Umfeld, zu denen Georgescu Kontakt habe. Dabei seien auch Waffen gefunden worden. Allgemein bekannt ist, dass Georgescu im letzten Herbst den ihm damals als PrÀsidentenkandidat zustehenden staatlichen Personenschutz abgelehnt hatte. Stattdessen lieà er sich von der Sicherheitsfirma eines FremdenlegionÀrs bewachen, den die Justiz seit langem wegen illegalen Waffenbesitzes im Visier hat.
Georgescu will bei der neuen Wahl am 4. Mai erneut kandidieren. Ob er das darf, muss das Verfassungsgericht noch entscheiden. Der letzte Zeitpunkt fĂŒr die Genehmigung aller Kandidaturen ist der 15. MĂ€rz.


