Parteien, Regierung

Ungarn: Orban gesteht Wahlniederlage ein

12.04.2026 - 21:40:43 | dpa.de

Der Regierungschef verliert laut Teilergebnissen deutlich gegen Herausforderer Peter Magyar. Orban hat seinem Kontrahenten schon gratuliert - macht er nun in der Opposition weiter?

  • Nach der Wahl in Ungarn gesteht MinisterprĂ€sident Orban seine Niederlage ein. - Foto: Petr David Josek/AP/dpa
  • Magyar gab sich schon zuvor siegesgewiss. - Foto: Denes Erdos/AP/dpa
  • Magyar verspricht eine Abkehr von der Politik des derzeitigen Regierungschefs Orban. - Foto: Darko Bandic/AP/dpa
Nach der Wahl in Ungarn gesteht MinisterprÀsident Orban seine Niederlage ein. - Foto: Petr David Josek/AP/dpa Magyar gab sich schon zuvor siegesgewiss.  - Foto: Denes Erdos/AP/dpa Magyar verspricht eine Abkehr von der Politik des derzeitigen Regierungschefs Orban.  - Foto: Darko Bandic/AP/dpa

Der ungarische MinisterprĂ€sident Viktor Orban hat seine Niederlage bei der Parlamentswahl in Ungarn eingestanden. «Was auch immer kommt, wir werden auch in der Opposition der Heimat dienen», sagte er vor AnhĂ€ngern in Budapest. «Die Aufgabe ist klar: Nachdem die Last der Regierungsarbeit nicht mehr auf unseren Schultern liegt, mĂŒssen wir unsere eigene Gemeinschaft stĂ€rken», fĂŒgte er mit Blick auf seine AnhĂ€ngerschaft hinzu.

Seine rechtspopulistische Fidesz-Partei kam nach AuszĂ€hlung von rund 67 Prozent der Wahllokale auf 38,08 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission in Budapest mitteilte. Sein bĂŒrgerlicher Herausforderer Peter Magyar sieht nun einem Wahlsieg entgegen. Seiner Tisza-Partei kam diesen Angaben zufolge beim selben AuszĂ€hlungsstand auf 53,27 Prozent der Stimmen. Wahlforschern zufolge liegt die Tisza in genĂŒgend Wahlkreisen ausreichend vorn, um eine komfortable Parlamentsmehrheit zu erlangen. Wie Magyar in Budapest erklĂ€rte, habe ihm Orban telefonisch zum Wahlsieg gratuliert.

Die Wahl galt als wichtigste WĂ€hlerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90. Orban hat in seiner Regierungszeit seit 2010 einen halb-autoritĂ€ren Staat errichtet, sein Land auf einen Konfrontationskurs zur EU gesteuert und sich mit Russland und der US-Regierung von PrĂ€sident Donald Trump verbĂŒndet. 

FĂŒr die EuropĂ€ische Union ist diese Wahl richtungsweisend

In der EU blockierte er mit seinen Vetos wichtige Hilfen fĂŒr die von Russland angegriffene Ukraine. Die Union brachte er damit an den Rand der HandlungsunfĂ€higkeit. Wegen der VerstĂ¶ĂŸe gegen das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit legte die EU Milliardenhilfen aufs Eis, die Ungarn zustehen wĂŒrden. 

Sollten sich die Teilergebnisse bestĂ€tigen, kann Magyar einen historischen Sieg fĂŒr sich verbuchen. Der Herausforderer kommt selbst aus dem Inneren der Fidesz-Partei, brach aber vor zwei Jahren mit ihr. Er vermochte die von Orban praktizierte Art der MachtausĂŒbung nicht weiter zu ertragen, sagte er. 

In der kurzen Zeit bis zu dieser Wahl baute Magyar eine mĂ€chtige, von breiten Schichten getragene BĂŒrgerbewegung auf, die das RĂŒckgrat der Tisza bildet. In seinem Wahlprogramm versprach er eine Erneuerung der Politik in dem EU- und Nato-Land. Der grassierenden Korruption und Misswirtschaft sagte er den Kampf an. Das VerhĂ€ltnis zur EU und zu den westlichen Partnern will er seinen Worten zufolge reparieren. 

Die Wahlbeteiligung erreichte einen Rekordwert. Sie betrug eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale 77,8 Prozent.

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