Stegner, Putin-Selenskyj-Gipfel

Stegner hĂ€lt Putin-Selenskyj-Gipfel in Deutschland fĂŒr möglich

19.08.2025 - 12:06:19

Der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner hĂ€lt Deutschland fĂŒr einen möglichen Austragungsort eines Gipfels zwischen der Ukraine, Russlands und der USA.

"Wenn es WĂŒnsche, PrĂ€ferenzen oder gar Anfragen der Beteiligten gibt, einen Gipfel zwischen den PrĂ€sidenten Putin und Selenskyj, womöglich mit Trump, in Deutschland auszurichten, und wenn das eine Einigung befördern könnte, sollte sich Deutschland dem auf keinen Fall verweigern", sagte Stegner dem "Tagesspiegel". "Im Gegenteil: Als grĂ¶ĂŸtes Land in der EU sollten wir immer mit gutem Beispiel vorangehen, was den Einsatz fĂŒr diplomatische Anstrengungen in Richtung von Waffenstillstand, Frieden und Sicherheitsgarantien betrifft." Nach den EindrĂŒcken des Alaska-Gipfels aber sollte die Bundesregierung "keinesfalls mit solchen VorschlĂ€gen öffentlich vorpreschen", riet Stegner: "Eine von politischer PR getriebene Vorgehensweise verbietet sich." US-PrĂ€sident Donald Trump strebt ein Zweiertreffen des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj mit Kremlchef Wladimir Putin an.

Die möglichen Gipfel-Teilnehmer dĂŒrften nach einem neutralen Land als Austragungsort eines solchen Treffens suchen. Deutschland steht an der Seite der Ukraine. Der Internationale Strafgerichtshof hatte 2023 Haftbefehl gegen Putin erlassen; dieser mĂŒsste in Deutschland vollstreckt werden. Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht brachte Brasilien als möglichen Gipfelort ins GesprĂ€ch. "Zu frĂŒheren Zeiten, als Deutschland fĂŒr eine Außenpolitik der ZurĂŒckhaltung, Entspannung und Vermittlung stand, hĂ€tte es ein geeigneter Ort fĂŒr ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj sein können", sagte Wagenknecht dem "Tagesspiegel". "Unter einem Bundeskanzler Merz, der in maximaler Einseitigkeit Selenskyj hofiert, und mit einem Außenminister Wadephul, der Russland zum ewigen Feind erklĂ€rt, fĂ€llt es als Vermittler aus." Das Treffen solle besser in LĂ€ndern stattfinden, die einen Friedensplan fĂŒr die Ukraine vorgelegt hĂ€tten, sagte sie: "Vielleicht wĂ€re Brasilien ein möglicher Austragungsort." Wagenknecht wandte sich gegen deutsche Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine. "Dass Friedrich Merz die Entsendung von Bundeswehrsoldaten in die Ukraine als Teil westlicher Sicherheitsgarantien tatsĂ€chlich fĂŒr möglich hĂ€lt, ist erschreckend. Allein schon aus historischen GrĂŒnden verbieten sich deutsche Truppen", sagte sie: "Im Konfliktfall wĂ€re Deutschland damit sofort Kriegspartei, das darf ein Kanzler nicht zulassen." Der SPD-Außenpolitiker Hubertus Heil lobte das Auftreten von Kanzler Merz in der Spitzendiplomatie und plĂ€dierte fĂŒr europĂ€ische Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine. "Ich habe einen positiven Eindruck von der Arbeit, die der Bundeskanzler gemeinsam mit unseren europĂ€ischen Partnern derzeit leistet", sagte Heil dem "Tagesspiegel". Dabei gehe es um "eine schwierige Gradwanderung: Es gilt im GesprĂ€ch mit PrĂ€sident Trump europĂ€ische Werte und Interessen zu vertreten und die USA gleichzeitig fĂŒr die wirksame Wahrnehmung von Sicherheitsgarantien zu gewinnen." Die hĂ€rtesten Aufgaben auf dem Weg zu einem dauerhaften und sicheren Frieden fĂŒr Europa stĂŒnden noch bevor, sagte der Ex-Bundesarbeitsminister: "Einen Frieden, der den Namen auch verdient, wird es nur durch verlĂ€ssliche Sicherheitsgarantien geben, die die SouverĂ€nitĂ€t der Ukraine gewĂ€hrleisten und Putins Imperialismus klare Grenzen setzen."

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