Moskau-TerrorverdÀchtige sollen unter Drogen gestanden haben
28.03.2024 - 16:48:48Die nach dem Terroranschlag auf die Veranstaltungshalle Crocus City Hall bei Moskau gefassten vier HauptverdĂ€chtigen sollen nach einem Bericht der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass unter Drogeneinfluss gestanden haben. «Welche Drogen oder Psychopharmaka sie konsumiert haben, wird die Expertise feststellen», meldete Tass am Donnerstag unter Berufung auf Ermittler. Demnach könnten die mutmaĂlichen TĂ€ter nicht nur an dem Tag selbst unter dem Einfluss von Mitteln gestanden haben, sondern schon vorher. Bekannt hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu dem Anschlag mit mehr als 140 Toten.
Das Ermittlungskomitee teilte auch mit, dass bei den VerdĂ€chtigen technische Vorrichtungen beschlagnahmt wurden. Demnach soll eine Auswertung von Verbindungsdaten zeigen, dass die MĂ€nner mit ukrainischen Nationalisten in Kontakt gestanden und Zahlungen erhalten hĂ€tten. Die Ukraine weist vehement zurĂŒck, etwas mit dem Anschlag zu tun zu haben.
Nach dem Terrorangriff vom vergangenen Freitag wurde die Zahl der Toten zuletzt mit 143, die der Verletzten mit 360 angegeben. Am Samstag hatten die Behörden von ersten Festnahmen berichtet. Am Donnerstag meldete das Ermittlungskomitee eine weitere Festnahme. Die vier mutmaĂlichen SchĂŒtzen, die laut Medien gefoltert wurden, lieĂen nach Gerichtsangaben die Frist fĂŒr eine Berufung gegen die Haftbefehle verstreichen.
Putin war noch nicht am Tatort
An der Halle im Nordwesten Moskaus legen Menschen seit Tagen Blumen nieder im Gedenken an die Opfer. Kremlchef Wladimir Putin hat auch fast eine Woche nach diesem schwersten Terroranschlag seit 20 Jahren dem Tatort noch keinen Besuch abgestattet. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklÀrte auf eine Frage zu Putins Fernbleiben, dass der PrÀsident die Ermittlungen und AufrÀumarbeiten nicht stören wolle.
Kremlgegner werfen Putin seelische KĂ€lte und Angst vor, sich öffentlich zu zeigen an einem solchen Ort. Sie kritisieren, der PrĂ€sident habe nach fast 25 Jahren an der Macht versagt - trotz Versprechen, den Terror zu besiegen und fĂŒr Sicherheit zu sorgen. Putin hat den Hinterbliebenen der Toten sein Beileid ausgesprochen; die Behörden haben finanzielle Hilfen in Aussicht gestellt fĂŒr die Verletzten und Hinterbliebenen.Â
Putin hatte bestĂ€tigt, dass Islamisten die Tat ausgefĂŒhrt hĂ€tten. Allerdings sieht er eine ukrainische Spur, die er nicht nĂ€her benannte und fĂŒr die er auch keine Belege anfĂŒhrte. Kremlsprecher Peskow betonte in einem Interview, die Drahtzieher seien noch nicht ermittelt.Â


