Selenskyj: Kiew kontrolliert groĂes Gebiet in Russland
19.08.2024 - 21:15:26Die Ukraine hat bei ihrer Gegenoffensive in der russischen Region Kursk nach Angaben von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj weitere Eroberungen erzielt. «Stand heute kontrollieren unsere KrĂ€fte mehr als 1.250 Quadratkilometer Territorium des Feindes und 92 Ortschaften», sagte Selenskyj bei einem Auftritt vor ukrainischen Diplomaten und Beamten. Ein taktisches Ziel, die Verringerung der Gefahr fĂŒr die ukrainische Grenzregion Sumy, sei damit erreicht. Zudem sei die Offensive der gröĂte Erfolg bezĂŒglich der Gefangennahme russischer Soldaten seit Kriegsbeginn, fĂŒhrte Selenskyj aus.Â
Seinen Angaben nach sollen die Russen spÀter gegen kriegsgefangene Ukrainer ausgetauscht werden. Im bisherigen Kriegsverlauf hat Russland nach EinschÀtzung von Beobachtern mehr Ukrainer gefangen genommen als umgekehrt.
Selenskyj: Offensive hĂ€tte niemand fĂŒr möglich gehalten
Selenskyj bezeichnete die Offensive als groĂen Erfolg. Vor ein paar Monaten hĂ€tte dies niemand fĂŒr möglich gehalten. Kritiker hĂ€tten allein Gedankenspiele dieser Art als Ăberschreiten der «rotesten aller roten Linien Russlands» abgelehnt. Darum seien die Vorbereitungen auch im Geheimen getroffen worden. Der jetzige Erfolg zeige aber deutlich, Wladimir «Putins UnfĂ€higkeit, sein Territorium zu schĂŒtzen» vor solchen Gegenangriffen. Zudem habe er auch zu einem Umdenken bei den westlichen Partnern gefĂŒhrt, meinte Selenskyj, der von seinen Diplomaten weiter ein aktives Einwerben von Waffenhilfe forderte.
Die Angaben von Selenskyj zu den Gebietsgewinnen gehen ĂŒber die meisten bisherigen SchĂ€tzungen von MilitĂ€rbeobachtern hinaus. So hatte vor wenigen Tagen das unabhĂ€ngige Internetportal Meduza auf Grundlage von Foto- und Videomaterialien im umkĂ€mpften Gebiet Kursk die GelĂ€ndegewinne auf 862 Quadratkilometer geschĂ€tzt. Allerdings rĂ€umen die meisten Experten selbst die Ungenauigkeit ihrer SchĂ€tzungen ein, da es wenig Bildmaterial gibt. Vor allem die ukrainischen StreitkrĂ€fte veröffentlichen sehr wenig, um ihren Vormarsch nicht zu gefĂ€hrden.


