Selenskyj besteht auf EU-Beitritt fĂŒr Ukraine schon 2027
27.01.2026 - 15:00:28Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat ungeachtet der teils verbreiteten Skepsis in europĂ€ischen Staaten die Forderung nach einer EU-Mitgliedschaft fĂŒr sein Land schon 2027 bekrĂ€ftigt. «Der Beitritt der Ukraine zur EuropĂ€ischen Union ist eine der wichtigsten Sicherheitsgarantien nicht nur fĂŒr uns, sondern fĂŒr ganz Europa», teilte Selenskyj nach einem Telefonat mit dem österreichischen Bundeskanzler Christian Stocker mit. «Denn die gemeinsame StĂ€rke Europas ist insbesondere auch dank der ukrainischen BeitrĂ€ge in den Bereichen Sicherheit, Technologie und Wirtschaft möglich.»
Obwohl es bisher keine Aussicht auf einen beschleunigten EU-Beitritt fĂŒr die Ukraine gibt und die Verfahren in der Regel langwierig sind, betonte Selenskyj, dass er auf die UnterstĂŒtzung der Partner setze. Bei den Verhandlungen ĂŒber eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine pocht er immer wieder auf Sicherheitsgarantien. Hier sieht Selenskyj vor allem die USA am Zuge, die auch zwischen Ukrainern und Russen vermitteln.
Der ukrainische PrĂ€sident hatte zuletzt auch erklĂ€rt, dass die US-Sicherheitsgarantien ausgehandelt seien. Als Voraussetzung fĂŒr das Inkrafttreten der Garantien gilt aber eine Beendigung des Krieges. FĂŒr einen Waffenstillstand verlangt Russland territoriale ZugestĂ€ndnisse der Ukraine, insbesondere einen Abzug der Truppen Kiews aus den Gebieten Donezk und Luhansk â auch Donbass genannt.
DrÀngen die USA die Ukraine zur Aufgabe von Donezk?
Die «Financial Times» berichtete, dass Washington Druck ausĂŒbe auf Kiew, sich auf ein Abkommen mit Moskau einzulassen. FĂŒr einen Verzicht auf den Donbass stelle die Administration unter US-PrĂ€sident Donald Trump der Ukraine nicht nur die Sicherheitsgarantien in Aussicht, sondern auch eine AusrĂŒstung der Armee mit Waffen, berichtete die Zeitung. Eine offizielle BestĂ€tigung fĂŒr diese Linie gibt es nicht.
Die am Wochenende begonnenen trilateralen GesprĂ€che zwischen Ukrainern und Russen unter US-Vermittlung sollen an diesem Sonntag in Abu Dhabi fortgesetzt werden. Selenskyj hat eine Vorverlegung des Termins vorgeschlagen. Er sieht sich auch angesichts der schwierigen humanitĂ€ren Lage im Land nach den russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur und den massenhaften Strom- und HeizungsausfĂ€llen unter Handlungsdruck.Â
Selenskyj bedankte sich im Telefonat mit Kanzler Stocker auch fĂŒr die von Ăsterreich bereitgestellte Hilfe fĂŒr die Energiewirtschaft des Landes. Stocker bezeichnete bei X die russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur als Kriegsverbrechen. «Das muss jetzt aufhören», sagte er. Der Kanzler kĂŒndigte zudem drei Millionen Euro zusĂ€tzliche UnterstĂŒtzung fĂŒr die Menschen sowie einen baldigen Besuch in der Ukraine an. Die Ukraine verteidigt sich inzwischen seit fast vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.





