«Ethnische SÀuberung»: Kritik an Trumps Gaza-PlÀnen in USA
05.02.2025 - 11:02:39Zustimmung und Skepsis in den eigenen Reihen, heftige Kritik von der Opposition: Die PlĂ€ne von PrĂ€sident Donald Trump, den Gazastreifen unter Kontrolle der USA zu bringen und die dort lebenden Menschen zwangsweise umzusiedeln, sorgen fĂŒr viel Aufregung im eigenen Land.Â
Trumps AuĂenminister Marco Rubio unterstĂŒtzte die VorschlĂ€ge des PrĂ€sidenten. Die USA seien bereit, «Gaza wieder schönzumachen», schrieb Rubio auf der Plattform X. Das Ziel sei ein dauerhafter Frieden fĂŒr alle Menschen in der Region.Â
Bei Republikanern klingen Zweifel durchÂ
Aber aus dem Lager der Republikaner wurde auch Skepsis laut. Der republikanische Senator Lindsey Graham nannte den Vorschlag «problematisch» berichten US-Medien ĂŒbereinstimmend. Er habe Zweifel daran, dass seine WĂ€hler sich ĂŒber eine Entsendung von US-Soldaten in den Gazastreifen freuen wĂŒrden, sagte der derzeitige Vorsitzende des Haushaltsausschusses im US-Senat.Â
Deutliche Kritik von der Opposition
Heftige Kritik hagelte es aus dem Lager der Demokraten. Der demokratische Senator Chris Van Hollen wertete das Vorhaben Trumps als AnkĂŒndigung eines schweren Völkerrechtsbruchs. «Er hat gerade gesagt, dass es die Politik der Vereinigten Staaten sein wird, zwei Millionen PalĂ€stinenser gewaltsam aus dem Gazastreifen zu vertreiben â so etwas nennt sich auch ethnische SĂ€uberung», sagte Van Hollen dem US-Sender MSNBC.
Van Hollen bezeichnete Trumps Plan als «in vielerlei Hinsicht verabscheuungswĂŒrdig» und warnte, dass der Republikaner mit seinen Aussagen die Sicherheit von US-Soldaten und Botschaftspersonal in der Region massiv gefĂ€hrde. «Das ist die wohl gefĂ€hrlichste und giftigste Mischung von Ideen, die man aktuell zusammenbringen könnte. Und deshalb wird es ein Moment groĂer Gefahr fĂŒr Amerikaner sein», erklĂ€rte der Senator.Â
Der Demokrat gehört dem auĂenpolitischen Ausschuss des Senats an. Er war bereits unter Trumps AmtsvorgĂ€nger Joe Biden ein entschiedener Kritiker der amerikanischen Nahost-Politik. Trump eskaliere die ohnehin angespannte Lage im Nahen Osten, fuhr Van Hollen fort: «Was der PrĂ€sident hier tut, ist im Grunde, ein Streichholz in eine bereits Ă€uĂerst volatile Region zu werfen.»
Die palĂ€stinensisch-amerikanische Abgeordnete Rashida Tlaib verurteilte ebenfalls Trumps PlĂ€ne. «Dieser PrĂ€sident ruft offen zu ethnischer SĂ€uberung auf, wĂ€hrend er neben einem völkermordenden Kriegsverbrecher sitzt», schrieb sie auf X. Trump habe keine Probleme, arbeitenden Amerikanern Bundesmittel zu streichen, wĂ€hrend Israel weiter finanziell unterstĂŒtzt werde, ergĂ€nzte die Demokratin.
Es sei kein ernsthafter Vorschlag, sagte Dan Shapiro, der unter PrĂ€sident Barack Obama US-Botschafter in Israel war. Der Plan sei mit massiven Kosten verbunden und habe keine UnterstĂŒtzung vonseiten wichtiger Partner in der Region, sagte Shapiro dem «Wall Street Journal».
Der demokratische Senator Chris Murphy schrieb auf X zu Trumps Vorschlag: «Er hat völlig den Verstand verloren. Eine US-Invasion im Gazastreifen wĂŒrde zum Abschlachten tausender US-Soldaten und zu einem jahrzehntelangen Krieg im Nahen Osten fĂŒhren. Das ist wie ein schlechter, kranker Witz.» Murphy warf Trump vor, von den KĂŒrzungen und Entlassungen im Staatsapparat ablenken zu wollen.Â







