Trump und Iran kĂŒndigen Ausweitung gegenseitiger Angriffe an
02.03.2026 - 21:16:07 | dpa.deDrei Tage nach Beginn der massiven israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat US-PrĂ€sident Donald Trump eine weitere VerstĂ€rkung der Attacken angekĂŒndigt. «Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen», sagte er dem Sender CNN. «Die groĂe Welle kommt bald.»Â
Er gehe von etwa vier bis fĂŒnf Wochen Krieg aus, fĂŒgte Trump hinzu. Notfalls könne es aber auch lĂ€nger dauern. Trump bekrĂ€ftigte, die Operation werde mit «unerbittlicher Entschlossenheit» fortgesetzt. Der Iran wĂ€re nach seinen Worten schon bald in der Lage gewesen, mit seinen Raketen auch US-Territorium zu treffen.
Auch Iran kĂŒndigt Ausweitung seiner Angriffe an
Die iranischen Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn Hunderte ballistische Raketen und mehr als 700 Drohnen auf Ziele in Israel sowie auf US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in der Golfregion ab. Als Beispiele nannte ein MilitĂ€rsprecher Geheimdienstzentren, Kommunikationszentralen und Waffendepots. UnabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen lieĂen sich die Angaben zunĂ€chst nicht. Der Sprecher kĂŒndigte an, die Angriffe weiter auszuweiten.
USA nennen drei Kriegsziele
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat BefĂŒrchtungen entgegen, es könne ein langer Krieg wie im Irak werden. «Dies ist kein endloser Krieg», sagte Hegseth. Die USA gehen ihm zufolge mit einem klaren Fokus in den Krieg: «Die Raketenbedrohung zerstören, die Marine zerstören, keine Atomwaffen.» Ob fĂŒr die Zerstörung der Atomanlagen auch Bodentruppen eingesetzt werden sollen, blieb unklar. AusdrĂŒcklich ausschlieĂen wollte Trump das nicht.
Unterdessen wĂ€chst die Sorge vor einem FlĂ€chenbrand im Nahen Osten und erheblichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft durch steigende Energiepreise. Die USA und Israel greifen weiter Ziele im Iran an, Teheran antwortet mit GegenschlĂ€gen auf Israel und andere LĂ€nder.Â
Inzwischen hat der Krieg nicht nur die Golfstaaten, sondern auch den Libanon erfasst. Nachdem Israel von dort aus mit Raketen beschossen worden war, wurden bei israelischen Gegengriffen auf die Hisbollah-Miliz nach Angaben der Regierung in Beirut 52 Menschen getötet und 154 verletzt.Â
Libanon verbietet Hisbollah militÀrische AktivitÀten
Angesichts der Eskalation erklĂ€rte die libanesische Regierung alle militĂ€rischen AktivitĂ€ten der vom Iran unterstĂŒtzten Miliz fĂŒr illegal. Damit verĂ€ndert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation. Die Hisbollah ist der wichtigste nicht-staatliche VerbĂŒndete fĂŒr den Iran und gilt als verlĂ€ngerter Arm Teherans, insbesondere im Kampf gegen den gemeinsamen Erzfeind Israel.
Trump spricht von mehreren Wochen Krieg
Trump sagte, die Attacken liefen bislang sehr gut. «Wir prĂŒgeln sie windelweich.» Bislang hĂ€tten die USA 49 iranische AnfĂŒhrer ausgeschaltet. Den Iranern warf er vor, bei den Verhandlungen ĂŒber das iranische Atomprogramm immer wieder RĂŒckzieher gemacht zu haben. «Mit solchen Leuten kann man keine GeschĂ€fte machen», sagte er. Das frĂŒhere Atomabkommen mit dem Iran von 2015 bezeichnete Trump als «schreckliches, gefĂ€hrliches Dokument», das Teheran einen legalen Weg zur Atombombe ermöglicht hĂ€tte. Trump hatte die Vereinbarung 2018 aufgekĂŒndigt.
Aus Sicht der UN-AtomwĂ€chter hat es jedoch keine Anzeichen fĂŒr ein Kernwaffen-Projekt im Iran gegeben. «Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen», sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, in Wien.
Hegseth kritisiert VerbĂŒndete: Zögern und Zaudern
Minister Hegseth kritisierte frĂŒhere Partner der USA scharf. «FĂ€hige Partner, wie wir von Anfang an gesagt haben, fĂ€hige Partner sind gute Partner», sagte mit Blick auf Israel. Im Gegensatz dazu stehen ihm zufolge die «traditionellen VerbĂŒndeten», die sich empört geben und «beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern».Â
Zahlreiche Todesopfer und neue Angriffswelle
In dem am Samstag begonnenen Krieg sind bereits zahlreiche Menschen getötet worden. Im Iran gab es nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Tote. In Israel wurden zehn Menschen durch iranische Raketenangriffe getötet, Dutzende weitere verletzt. Das US-MilitĂ€r teilte mit, vier US-Soldaten seien getötet worden.Â
Israel und die USA griffen Hunderte Ziele im Iran an. Irans oberster FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei wurde am Samstag getötet. Am Montag seien vor allem Hauptquartiere, Basen und regionale Kommandozentren der inneren Sicherheitsorgane des «iranischen Terrorregimes» angegriffen worden, teilte die israelische Armee mit.Â
Golfstaaten unter Beschuss - Kampfjets abgeschossenÂ
Die kuwaitische Luftverteidigung schoss versehentlich mehrere US-Kampfjets ab, wie das zustĂ€ndige Regionalkommando des US-MilitĂ€rs (Centcom) mitteilte. Die Besatzungen hĂ€tten ĂŒberlebt. Katar schoss nach eigenen Angaben zwei iranische Kampfflugzeuge ab, Kuwait meldete den Tod eines seiner Soldaten. Frankreich sagte den Golfstaaten UnterstĂŒtzung zu. Man sei bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen, sagte AuĂenminister Jean-NoĂ«l Barrot in Paris.
Drohenalarm auf EU-Inselstaat ZypernÂ
Auch auf dem EU-Inselstaat Zypern kam es in der Nacht zum Montag zu einem Drohnenangriff auf den britischen StĂŒtzpunkt Akrotiri in der NĂ€he der Hafenstadt Limassol. Die Drohne war vom Typ «Shahed», wie der zyprische PrĂ€sident Nikos Christodoulidis mitteilte. Diese Drohnen werden hauptsĂ€chlich im Iran produziert. SpĂ€ter wehrte der StĂŒtzpunkt zwei weitere unbemannte Flugobjekte ab.Â
Zehntausende Reisende gestrandetÂ
Wegen des Krieges sitzen auch Zehntausende Reisende fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen FlughĂ€fen als Drehkreuz nutzen wollten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. FĂŒr einen Teil der gestrandeten deutschen Urlauber gab es Hoffnung auf eine baldige RĂŒckkehr in die Heimat: Das AuswĂ€rtige Amt bereitet die RĂŒckholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor.
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