Iran, Israel

Trump und Iran kĂŒndigen Ausweitung gegenseitiger Angriffe an

02.03.2026 - 21:16:07 | dpa.de

Der US-PrĂ€sident will die Angriffe auf den Iran verstĂ€rken. Er spricht von einer «großen Welle» und rechnet mit mehreren Wochen Krieg. Auch der Iran will eskalieren. Was das fĂŒr die Region bedeutet.

  • Die iranische Hauptstadt Teheran hat seit Samstag Hunderte Angriffe erlebt.  - Foto: Mohsen Ganji/AP/dpa
    Die iranische Hauptstadt Teheran hat seit Samstag Hunderte Angriffe erlebt. - Foto: Mohsen Ganji/AP/dpa
  • Israel reagiert mit Gegenangriffen auf Attacken der Hisbollah. - Foto: Hassan Ammar/AP/dpa
    Israel reagiert mit Gegenangriffen auf Attacken der Hisbollah. - Foto: Hassan Ammar/AP/dpa
  • In der Nacht kam es zu einem Drohnenangriff auf den britischen StĂŒtzpunkt Akrotiri auf Zypern.  - Foto: Petros Karadjias/AP/dpa
    In der Nacht kam es zu einem Drohnenangriff auf den britischen StĂŒtzpunkt Akrotiri auf Zypern. - Foto: Petros Karadjias/AP/dpa
'.$caption.' '.$caption.' '.$caption.'

Drei Tage nach Beginn der massiven israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat US-PrĂ€sident Donald Trump eine weitere VerstĂ€rkung der Attacken angekĂŒndigt. «Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen», sagte er dem Sender CNN. «Die große Welle kommt bald.» 

Er gehe von etwa vier bis fĂŒnf Wochen Krieg aus, fĂŒgte Trump hinzu. Notfalls könne es aber auch lĂ€nger dauern. Trump bekrĂ€ftigte, die Operation werde mit «unerbittlicher Entschlossenheit» fortgesetzt. Der Iran wĂ€re nach seinen Worten schon bald in der Lage gewesen, mit seinen Raketen auch US-Territorium zu treffen.

Auch Iran kĂŒndigt Ausweitung seiner Angriffe an

Die iranischen Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn Hunderte ballistische Raketen und mehr als 700 Drohnen auf Ziele in Israel sowie auf US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in der Golfregion ab. Als Beispiele nannte ein MilitĂ€rsprecher Geheimdienstzentren, Kommunikationszentralen und Waffendepots. UnabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen ließen sich die Angaben zunĂ€chst nicht. Der Sprecher kĂŒndigte an, die Angriffe weiter auszuweiten.

USA nennen drei Kriegsziele

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat BefĂŒrchtungen entgegen, es könne ein langer Krieg wie im Irak werden. «Dies ist kein endloser Krieg», sagte Hegseth. Die USA gehen ihm zufolge mit einem klaren Fokus in den Krieg: «Die Raketenbedrohung zerstören, die Marine zerstören, keine Atomwaffen.» Ob fĂŒr die Zerstörung der Atomanlagen auch Bodentruppen eingesetzt werden sollen, blieb unklar. AusdrĂŒcklich ausschließen wollte Trump das nicht.

Unterdessen wÀchst die Sorge vor einem FlÀchenbrand im Nahen Osten und erheblichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft durch steigende Energiepreise. Die USA und Israel greifen weiter Ziele im Iran an, Teheran antwortet mit GegenschlÀgen auf Israel und andere LÀnder. 

Inzwischen hat der Krieg nicht nur die Golfstaaten, sondern auch den Libanon erfasst. Nachdem Israel von dort aus mit Raketen beschossen worden war, wurden bei israelischen Gegengriffen auf die Hisbollah-Miliz nach Angaben der Regierung in Beirut 52 Menschen getötet und 154 verletzt. 

Libanon verbietet Hisbollah militÀrische AktivitÀten

Angesichts der Eskalation erklĂ€rte die libanesische Regierung alle militĂ€rischen AktivitĂ€ten der vom Iran unterstĂŒtzten Miliz fĂŒr illegal. Damit verĂ€ndert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation. Die Hisbollah ist der wichtigste nicht-staatliche VerbĂŒndete fĂŒr den Iran und gilt als verlĂ€ngerter Arm Teherans, insbesondere im Kampf gegen den gemeinsamen Erzfeind Israel.

Trump spricht von mehreren Wochen Krieg

Trump sagte, die Attacken liefen bislang sehr gut. «Wir prĂŒgeln sie windelweich.» Bislang hĂ€tten die USA 49 iranische AnfĂŒhrer ausgeschaltet. Den Iranern warf er vor, bei den Verhandlungen ĂŒber das iranische Atomprogramm immer wieder RĂŒckzieher gemacht zu haben. «Mit solchen Leuten kann man keine GeschĂ€fte machen», sagte er. Das frĂŒhere Atomabkommen mit dem Iran von 2015 bezeichnete Trump als «schreckliches, gefĂ€hrliches Dokument», das Teheran einen legalen Weg zur Atombombe ermöglicht hĂ€tte. Trump hatte die Vereinbarung 2018 aufgekĂŒndigt.

Aus Sicht der UN-AtomwĂ€chter hat es jedoch keine Anzeichen fĂŒr ein Kernwaffen-Projekt im Iran gegeben. «Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen», sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, in Wien.

Hegseth kritisiert VerbĂŒndete: Zögern und Zaudern

Minister Hegseth kritisierte frĂŒhere Partner der USA scharf. «FĂ€hige Partner, wie wir von Anfang an gesagt haben, fĂ€hige Partner sind gute Partner», sagte mit Blick auf Israel. Im Gegensatz dazu stehen ihm zufolge die «traditionellen VerbĂŒndeten», die sich empört geben und «beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern». 

Zahlreiche Todesopfer und neue Angriffswelle

In dem am Samstag begonnenen Krieg sind bereits zahlreiche Menschen getötet worden. Im Iran gab es nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Tote. In Israel wurden zehn Menschen durch iranische Raketenangriffe getötet, Dutzende weitere verletzt. Das US-MilitÀr teilte mit, vier US-Soldaten seien getötet worden. 

Israel und die USA griffen Hunderte Ziele im Iran an. Irans oberster FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei wurde am Samstag getötet. Am Montag seien vor allem Hauptquartiere, Basen und regionale Kommandozentren der inneren Sicherheitsorgane des «iranischen Terrorregimes» angegriffen worden, teilte die israelische Armee mit. 

Golfstaaten unter Beschuss - Kampfjets abgeschossen 

Die kuwaitische Luftverteidigung schoss versehentlich mehrere US-Kampfjets ab, wie das zustĂ€ndige Regionalkommando des US-MilitĂ€rs (Centcom) mitteilte. Die Besatzungen hĂ€tten ĂŒberlebt. Katar schoss nach eigenen Angaben zwei iranische Kampfflugzeuge ab, Kuwait meldete den Tod eines seiner Soldaten. Frankreich sagte den Golfstaaten UnterstĂŒtzung zu. Man sei bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen, sagte Außenminister Jean-NoĂ«l Barrot in Paris.

Drohenalarm auf EU-Inselstaat Zypern 

Auch auf dem EU-Inselstaat Zypern kam es in der Nacht zum Montag zu einem Drohnenangriff auf den britischen StĂŒtzpunkt Akrotiri in der NĂ€he der Hafenstadt Limassol. Die Drohne war vom Typ «Shahed», wie der zyprische PrĂ€sident Nikos Christodoulidis mitteilte. Diese Drohnen werden hauptsĂ€chlich im Iran produziert. SpĂ€ter wehrte der StĂŒtzpunkt zwei weitere unbemannte Flugobjekte ab. 

Zehntausende Reisende gestrandet 

Wegen des Krieges sitzen auch Zehntausende Reisende fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen FlughĂ€fen als Drehkreuz nutzen wollten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. FĂŒr einen Teil der gestrandeten deutschen Urlauber gab es Hoffnung auf eine baldige RĂŒckkehr in die Heimat: Das AuswĂ€rtige Amt bereitet die RĂŒckholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
ausland | 68628677 |

Weitere Meldungen

Golfstaaten unter Beschuss - Öltanker vor Dubai getroffen. Erneut geraten Golfstaaten unter Beschuss. Teheran warnt. Der Iran ist trotz der seit mehr als vier Wochen andauernden massiven Angriffe der USA und Israels weiter zu GegenschlĂ€gen in der Lage. (Ausland, 31.03.2026 - 04:06) weiterlesen...

EU weitet Marineeinsatz im Nahen Osten aus Die EU weitet MilitÀroperationen zur Sicherung der Handelsschifffahrt aus - allerdings geht es dabei nicht um das, was US-PrÀsident Donald Trump von Allliierten fordert. (Ausland, 30.03.2026 - 17:58) weiterlesen...

Trump prĂŒft US-Bodenoffensive und Griff nach Irans Öl Der US-PrĂ€sident erwĂ€gt eine US-Bodenoffensive im Iran – um gefĂ€hrliches Uran zu sichern und Irans Öl unter Kontrolle zu bringen. (Ausland, 30.03.2026 - 15:02) weiterlesen...

WDH/ROUNDUP: Trump prĂŒft angeblich gewaltsame Uran-Bergung im Iran (Im zweiten Satz wurde ein ĂŒberflĂŒssiges Wort entfernt)TEHERAN - Die USA und Israel setzen ihre massiven Angriffe im Iran in der fĂŒnften Kriegswoche fort. (Boerse, 30.03.2026 - 12:30) weiterlesen...

Wieder Raketenbeschuss auf Israel Der Iran und die libanesische Hisbollah-Miliz haben am Vormittag erneut Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. (Boerse, 30.03.2026 - 11:40) weiterlesen...

Spanien sperrt Luftraum fĂŒr MilitĂ€rflĂŒge im Iran-Krieg. Nun trifft Madrid eine weitere drastische Entscheidung. Die Regierung Spaniens zĂ€hlt in Europa zu den schĂ€rfsten Kritikern der militĂ€rischen Operationen der USA und Israels gegen den Iran. (Ausland, 30.03.2026 - 10:21) weiterlesen...