Niger, Waffensystem

Niger erhÀlt russisches Waffensystem und MilitÀrpersonal

12.04.2024 - 09:03:54

Der westafrikanische Niger wendet sich wie seine Nachbarn von den frĂŒheren westlichen Partnern ab. Nun landen russische MilitĂ€rausbilder im Land.

Russland hat dem westafrikanischen Niger ein Luftabwehrsystem und 100 MilitÀrausbilder geschickt. Das MilitÀrpersonal des russischen Verteidigungsministeriums solle das System installieren und die nigrischen Soldaten im Umgang damit schulen, berichtete am Donnerstagabend der staatliche nigrische Sender RTN. Vorangegangen sei bereits Ende MÀrz ein Telefonat des Juntachefs Abdourahamane Tiani mit Russlands PrÀsidenten Wladimir Putin. 

Der Niger war bis zum MilitĂ€rputsch im vergangenen Juli der letzte demokratische VerbĂŒndete europĂ€ischer Staaten und der USA in der strategisch wichtigen Sahelzone in Westafrika, in der sich islamistische Terrorgruppen ausbreiten. Im MĂ€rz beendete die Junta ihre militĂ€rische Kooperation mit den USA im Anti-Terror-Kampf. Die Bundeswehr betreibt einen LufttransportstĂŒtzpunkt in Niamey, dessen Zukunft noch ungeklĂ€rt ist. 

Russisches Flugzeug mit AusrĂŒstung gelandet

Das Staatsfernsehen zeigte Bilder einer Iljuschin-76-Maschine, die am Mittwoch auf dem Flughafen in Niamey gelandet sei. «Wir sind hier, um die Armee des Niger mithilfe der hier eingetroffenen militĂ€rischen AusrĂŒstung auszubilden», sagte ein vermummter hellhĂ€utiger Mann in MilitĂ€runiform auf Französisch mit Akzent in die Kamera. 

Der Niger habe seit der Machtergreifung des MilitĂ€rs am 26. Juli einen neuen Weg eingeschlagen, der zu einer Diversifizierung seiner Partner fĂŒhre, um seine SouverĂ€nitĂ€t gegenĂŒber der Welt zu behaupten, hieß es in dem Beitrag weiter. Putin und Tiani hĂ€tten ĂŒber die «StĂ€rkung einer sektorĂŒbergreifenden und umfassenden strategischen Zusammenarbeit zwischen Niger und Russland zur BewĂ€ltigung der aktuellen Bedrohungen, insbesondere im Sicherheitsbereich» gesprochen. 

«Afrika-Korps» des russischen Verteidigungsministeriums

Der Niger wendet sich wie zuvor seine Nachbarn Mali und Burkina Faso von den westlichen Partnern, insbesondere Ex-Kolonialmacht Frankreich, ab und Russland zu. Alle drei LĂ€nder werden seit Putschen vom MilitĂ€r regiert. In Mali kĂ€mpfen russische MilitĂ€rs, die seit 2021 als Söldner der Wagner-Gruppe ins Land kamen und ebenfalls offiziell als Ausbilder bezeichnet werden, an der Seite der Armee gegen AufstĂ€ndische. Die frĂŒheren Söldner unterstehen nun dem «Afrika-Korps» des russischen Verteidigungsministeriums. In Burkina Faso landeten im Januar die ersten 100 russischen MilitĂ€rs, 200 weitere sollten folgen. Die drei Staaten haben sich in der Allianz der Sahel-Staaten (AES) zusammengeschlossen und verfolgen eine immer engere gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. 

@ dpa.de