Hunderttausende FlĂŒchtlinge wegen KĂ€mpfen in SĂŒdostasien
10.12.2025 - 16:43:37Der wieder aufgeflammte Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha hat mehr als 500.000 Menschen in die Flucht getrieben. WĂ€hrend die KĂ€mpfe fortgesetzt wurden, warfen sich beide Seiten erneut gegenseitig vor, Angriffe auf zivile Gebiete gerichtet zu haben. Die USA riefen die Konfliktparteien auf, ihre Feindseligkeiten unverzĂŒglich einzustellen.Â
Mehr als 400.000 Menschen seien in der Grenzregion zu Kambodscha evakuiert worden, berichtete die thailĂ€ndische Zeitung «The Nation» unter Berufung auf das MilitĂ€r. Auf kambodschanischer Seite wurden nach Angaben des dortigen Innenministeriums inzwischen etwa 120.000 Menschen aus ihren Wohnorten in fĂŒnf Provinzen verdrĂ€ngt und in Sicherheit gebracht. Die Behörde sprach von «Zerstörungen ziviler Infrastruktur und einer Unterbrechung öffentlicher Dienste».Â
RĂŒckzug von den SĂŒdostasienspielenÂ
Kambodscha zog unterdessen seine Delegation von den laufenden SĂŒdostasienspielen in Thailand zurĂŒck. Die Entscheidung sei wegen «ernsthafter Besorgnisse» der betroffenen Familien der Sportler getroffen worden, hieĂ es in einem Brief des Nationalen Olympischen Komitees an die Organisatoren.Â
Luft- und RaketenangriffeÂ
Am Mittwochmorgen (Ortszeit) gab es nach Angaben des Ministeriums neuerliche Luftangriffe thailĂ€ndischer Kampfflugzeuge. F-16-Maschinen hĂ€tten unter anderem zwei Bomben auf Dörfer im Grenzgebiet in der Provinz Meanchey abgeworfen, berichtete die Zeitung «Khmer Times» unter Berufung auf eine Mitteilung des kambodschanischen Verteidigungsministeriums. Die KĂ€mpfe forderten laut lokalen Medien bisher das Leben von neun kambodschanischen Zivilisten, es habe 46 Verletzte gegeben.Â
Thailands Armee bestĂ€tigte, Luftangriffe gegen Kambodscha geflogen zu haben. Solche Angriffe richteten sich jedoch nicht gegen zivile Ziele. Das MilitĂ€r warf der Gegenseite vor, Ziele in Thailand mit Raketen und Granaten beschossen zu haben. Die KĂ€mpfe an der Grenze hĂ€tten bisher fĂŒnf thailĂ€ndische Soldaten das Leben gekostet, berichtete das Nachrichtenportal Thai PBS World.Â
Die Angaben beider Seiten konnten nicht von unabhĂ€ngiger Seite bestĂ€tigt werden.Â
Verletzung der Waffenruhe - Trump will vermittelnÂ
Die beiden NachbarlĂ€nder beschuldigen sich seit Sonntag, eine zuletzt geltende Waffenruhe im Gebiet entlang der etwa 800 Kilometer langen gemeinsamen Grenze zuerst verletzt zu haben. Die Waffenruhe hatte US-PrĂ€sident Donald Trump vermittelt. Nun will er sich erneut als Vermittler einschalten. «Morgen muss ich einen Anruf tĂ€tigen», sagte er am Dienstagabend (Ortszeit) in Pennsylvania mit Verweis auf die jĂŒngsten Gefechte.Â
Die USA seien wegen der KĂ€mpfe beunruhigt, schrieb US-AuĂenminister Marco Rubio auf X. Beide Seiten mĂŒssten zu den «deeskalierenden MaĂnahmen zurĂŒckkehren, die sie in den Friedensvereinbarungen von Kuala Lumpur umrissen haben».Â
Die sĂŒdostasiatischen NachbarlĂ€nder hatten nach schweren KĂ€mpfen Ende Oktober in Anwesenheit von Trump in Malaysias Hauptstadt ein Waffenruheabkommen unterzeichnet. Doch bereits im November wurde die vereinbarte Feuerpause nach einem neuerlichen Vorfall an der Grenze erst einmal ausgesetzt.Â
Die Wurzeln des Konflikts liegen in der Kolonialzeit, als Frankreich den Grenzverlauf festlegte. Die Regierungen beider NachbarlÀnder interpretieren diese Grenzziehung aber unterschiedlich. Im Zentrum des Streits steht ein jahrhundertealter Tempel, der seit 2008 zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Sowohl der Tempel als auch das umliegende Gebiet werden von Thailand und Kambodscha beansprucht. In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Gefechten zwischen den StreitkrÀften beider LÀnder.





