Zweiter, Verleumdungsprozess

Zweiter Verleumdungsprozess: Trump weist VorwĂŒrfe zurĂŒck

25.01.2024 - 21:00:19

Der zweite Prozess gegen Donald Trump geht auf die Zielgerade: Autorin E. Jean Carroll verlangt mehr als zehn Millionen Dollar EntschĂ€digung, wĂ€hrend Trump das Verfahren fĂŒr seinen Wahlkampf nutzt.

Der frĂŒhere US-PrĂ€sident Donald Trump hat sich im zweiten Verleumdungsprozess der US-Autorin E. Jean Carroll gegen ihn selbst zu Wort gemeldet. Er habe die Autorin nie verletzen wollen, sagte Trump ĂŒbereinstimmenden Medienberichten zufolge als er vor Gericht in Manhattan rund fĂŒnf Minuten lang von AnwĂ€lten beider Seiten befragt wurde.

«Ich wollte nur mich selbst, meine Familie und ehrlich gesagt auch die PrĂ€sidentschaft verteidigen.» Zudem betonte Trump, der von seiner AnwĂ€ltin Alina Habba als Zeuge der Verteidigung aufgerufen worden war, erneut, dass er Carrolls Anschuldigungen zurĂŒckweise.

Zuvor hatten beide Seiten noch einmal ihre Standpunkte dargelegt und Zeuginnen befragt. Trumps AnwĂ€lte hatten zudem erneut eine Einstellung des Verfahrens gefordert, die Richter Lewis Kaplan aber ablehnte. Wegen mehrerer KrankheitsfĂ€lle war der Prozess Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils vertagt worden. Bereits am Freitag könnte das Verfahren Richter Kaplan zufolge abgeschlossen und der Jury ĂŒbergeben werden.

Vorwurf: Sexueller Missbrauch 1996

Es handelt sich um den zweiten Prozess der 80-jĂ€hrigen Carroll gegen Trump. Zum Abschluss des ersten Verfahrens hatte es im Mai eine New Yorker Geschworenenjury als erwiesen angesehen, dass Trump Carroll 1996 in einem New Yorker Nobelkaufhaus angegriffen, sexuell missbraucht und spĂ€ter verleumdet hatte. Die Geschworenen hatten der Schriftstellerin daraufhin eine EntschĂ€digung in Höhe von fĂŒnf Millionen Dollar (etwa 4,65 Millionen Euro) zugesprochen.

Weil sie nachfolgende Kommentare von Trump ebenfalls als verleumderisch ansah, klagte Carroll anschließend erneut. Bereits vor Beginn des zweiten Prozesses gab Richter Kaplan ihr recht und entschied, dass weitere Kommentare Trumps verleumderisch gewesen seien. Damit muss die Jury nun lediglich noch ĂŒber die Höhe der EntschĂ€digung entscheiden, die der Ex-PrĂ€sident der Frau bezahlen muss. Carroll verlangt mehr als zehn Millionen Dollar.

Trump war im zweiten Prozess - anders als im ersten, wo er komplett abwesend geblieben war - bereits mehrfach persönlich erschienen und durch zahlreiche kommentierende MeinungsĂ€ußerungen störend aufgefallen, weswegen ihm der Richter schon mit Ausschluss gedroht hatte. Der 77-JĂ€hrige gilt bei den im November anstehenden PrĂ€sidentschaftswahlen als aussichtsreichster Bewerber der Republikaner. Er muss sich allerdings derzeit auch in zahlreichen verschiedenen FĂ€llen mit Gerichten auseinandersetzen. Die Gerichtstermine nutzt Trump hĂ€ufig als eine Art Wahlkampfauftritt.

@ dpa.de