Pen, Gericht

Le Pen vor Gericht: Verdacht auf Veruntreuung von EU-Geld

30.09.2024 - 05:00:38

Die AffÀre um eine mögliche ScheinbeschÀftigung von Assistenten im EU-Parlament belastet Frankreichs Rechtsnationale seit Jahren. Jetzt stehen Marine Le Pen und andere Angeklagte in Paris vor Gericht.

  • Eine Verurteilung könnte das Antreten von Marine Le Pen bei der PrĂ€sidentschaftswahl 2027 torpedieren. (Archivbild) - Foto: Thomas Padilla/AP/dpa

    Thomas Padilla/AP/dpa

  • Le Pens Partei steht so stark da wie nie. (Archivbild) - Foto: Michel Euler/AP

    Michel Euler/AP

  • Schon seit Jahren belastet die AffĂ€re Le Pen und ihre Partei. (Archivbild) - Foto: Louise Delmotte/AP

    Louise Delmotte/AP

Eine Verurteilung könnte das Antreten von Marine Le Pen bei der PrÀsidentschaftswahl 2027 torpedieren. (Archivbild) - Foto: Thomas Padilla/AP/dpaLe Pens Partei steht so stark da wie nie. (Archivbild) - Foto: Michel Euler/APSchon seit Jahren belastet die AffÀre Le Pen und ihre Partei. (Archivbild) - Foto: Louise Delmotte/AP

In der AffĂ€re um mögliche ScheinbeschĂ€ftigung von Mitarbeitern im Europaparlament mĂŒssen sich Marine Le Pen und weitere französische Rechtsnationale von heute an vor einem Pariser Strafgericht verantworten. Den insgesamt 28 Angeklagten wird Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Neben der langjĂ€hrigen Parteivorsitzenden Marine Le Pen gehört auch ihr Vater und ParteigrĂŒnder Jean-Marie Le Pen zu den Beschuldigten. Marine Le Pen hat die Anschuldigungen stets zurĂŒckgewiesen.

Die VorwĂŒrfe beziehen sich auf die Jahre 2004 bis 2016 und richten sich gegen die Partei Rassemblement National (frĂŒher: Front National), damalige Abgeordnete und Assistenten. Dabei geht es um die mögliche ScheinbeschĂ€ftigung von Assistenten von mehreren französischen Europaabgeordneten. Zentraler Vorwurf ist, dass Le Pens Partei Gelder fĂŒr parlamentarische Assistenten vom EuropĂ€ischen Parlament bekommen hat, die aber eigentlich fĂŒr die Partei gearbeitet hĂ€tten.

Es geht um sieben Millionen Euro

Insgesamt soll es um eine Summe von knapp sieben Millionen Euro gehen. Marine Le Pen hatte vor einem Jahr bereits vom Europaparlament zurĂŒckgeforderte 330 000 Euro ĂŒberwiesen. Ihre Partei betont aber stets, dass dies kein EingestĂ€ndnis eines Fehlverhaltens sei. 

Die AffĂ€re belastet Le Pen und ihre Partei bereits seit Jahren. Sollte es zu SchuldsprĂŒchen kommen, drohen den Angeklagten empfindliche Geldstrafen sowie Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. Im Falle einer Verurteilung könnten die Angeklagten außerdem fĂŒr fĂŒnf Jahre fĂŒr unwĂ€hlbar erklĂ€rt werden, was eine Kandidatur von Marine Le Pen bei der PrĂ€sidentschaftswahl 2027 ausbremsen könnte.

Rassemblement National so stark wie nie

Die juristische Aufarbeitung der VorwĂŒrfe fĂ€llt in eine Phase, in der das Rassemblement National so stark wie noch nie dasteht. Die bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im Juni bereits als potenzieller Sieger gehandelten Rechtsnationalen landeten am Ende zwar nur auf Rang drei. Da die Partei im Parlament aber stark vertreten ist, kann sie auf die frisch formierte Mitte-Rechts-Regierung des konservativen Premiers Michel Barnier großen Einfluss ausĂŒben.

Dass Le Pen und weitere Parteiverantwortliche nun auf der Anklagebank Platz nehmen mĂŒssen, wirkt dem Bestreben einer Normalisierung der Partei entgegen. Le Pen hatte der Partei nicht nur einen neuen Namen gegeben, sondern auch von allzu radikalen Positionen Abstand genommen, um die frĂŒher klar rechtsextremistische Partei bis hin in die bĂŒrgerliche Mitte wĂ€hlbar zu machen. In der Parlamentsarbeit bemĂŒhten die Rechtsnationalen sich zuletzt - anders als die Linkspartei - um eine konstruktive und zurĂŒckhaltende Oppositionsarbeit.

Der Prozess ist bis Ende November terminiert. Dabei bereitet die Partei sich auf einen langen Rechtsstreit vor, wie die Zeitung «Le Monde» berichtete. FĂŒr die Partei bestehe die Herausforderung darin, die Gerichts- und Wahlkalender gut aufeinander abzustimmen. Im Umfeld der erklĂ€rten PrĂ€sidentschaftskandidatin Le Pen werde bereits eine Entscheidung in einem möglichen Berufungsverfahren Ende 2026, also sechs Monate vor der PrĂ€sidentschaftswahl, und ein Kassationsverfahren im Jahr 2028 in Betracht gezogen, schrieb die Zeitung.

 

@ dpa.de