US-Handelskrieg, Cloud-Diensten

US-Handelskrieg beschert deutschen Cloud-Diensten unverhofften Boom

12.04.2025 - 11:35:54

Die aggressive Wirtschaftspolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒhrt offenbar dazu, dass Kunden sich nach Tech-Alternativen außerhalb der Vereinigten Staaten umsehen.

Seit Jahren dominieren US-Firmen den Digitalmarkt, nun sehen sich deutsche Anbieter im Aufwind. Tech-GrĂŒnder Peer Heinlein spricht im "Spiegel" von 62 Prozent Wachstum der Nutzerzahlen seit Jahresbeginn, er bietet mit OpenCloud und Mailbox.org deutsche Cloudlösungen und E-Mail-PostfĂ€cher an. Es gebe einen "regelrechten Ansturm", sein Team habe "alle HĂ€nde voll zu tun".

Viele Unternehmen und auch Behörden sĂ€hen ihre Daten aktuell lieber in der Hand hiesiger Anbieter. Auch Frank Karlitschek, GrĂŒnder der deutschen Softwarefirma Nextcloud, registriert ein "sprunghaft gestiegenes Interesse" von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen seit der Eskalation des US-Handelskriegs. "Aktuell gibt es dreimal so viele Anfragen wie sonst", so Karlitschek. "In einigen FĂ€llen wollen Kunden nach öffentlichen Drohungen Trumps gegen sie so schnell wie möglich weg von US-Produkten, etwa aus dem Hause Microsoft." Ein Treiber sei zudem die Angst vor Wirtschaftsspionage. Auch der deutsche Cloudspezialist Ionos berichtet von "deutlich stĂ€rkerer Nachfrage" durch die "unsichere politische Lage in den USA". Neu fĂŒr die Firma: Es gebe auffĂ€llig viele Interessenten aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

@ dts-nachrichtenagentur.de