Wahlbetrug, Anklage

Wahlbetrug: Überarbeitete Anklage gegen Trump veröffentlicht

27.08.2024 - 22:58:06

Die AnklÀger im Wahlbetrugsverfahren gegen Donald Trump machen einen neuen Anlauf, um den Fall zu retten. Mit welcher Aussicht? Und wie steht es um die anderen Verfahren gegen den Republikaner?

  • Mit einer ĂŒberarbeiteten Anklageschrift gegen Donald Trump versucht Sonderermittler Jack Smith das Verfahren zu versuchtem Wahlbetrug wieder voranzutreiben. (Archivbild) - Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpa

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  • Donald Trump hatte in den vergangenen Monaten alle HĂ€nde voll zu tun mit verschiedenen Strafverfahren gegen ihn. (Archivbild) - Foto: Mark Peterson/Pool New York Magazine/AP/dpa

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Mit einer ĂŒberarbeiteten Anklageschrift gegen Donald Trump versucht Sonderermittler Jack Smith das Verfahren zu versuchtem Wahlbetrug wieder voranzutreiben. (Archivbild) - Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpaDonald Trump hatte in den vergangenen Monaten alle HĂ€nde voll zu tun mit verschiedenen Strafverfahren gegen ihn. (Archivbild) - Foto: Mark Peterson/Pool New York Magazine/AP/dpa

Im Bundesverfahren gegen den frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump zu versuchtem Wahlbetrug liegt eine ĂŒberarbeitete Anklageschrift vor. Das Team von Sonderermittler Jack Smith legte das Dokument neu auf, nachdem der oberste US-Gerichtshof Anfang Juli mit seiner rechtskonservativen Mehrheit entschieden hatte, dass Trump fĂŒr gewisse Amtshandlungen ImmunitĂ€t genießt. Wegen der historischen Entscheidung des Gerichts mussten Smith und sein Team die Anklage gegen Trump anpassen, um den Fall weiter vorantreiben zu können. 

Die neue Fassung ist etwas kĂŒrzer und klammert einige Passagen aus der ursprĂŒnglichen Anklageschrift aus, unter anderem zu Trumps Interaktionen mit dem Justizministerium. Die vier Anklagepunkte gegen ihn sind aber unverĂ€ndert. Trump wird unter anderem Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten vorgeworfen, sowie Verschwörung zur Behinderung eines amtlichen Verfahrens.

AnhĂ€nger Trumps hatten am 6. Januar 2021 gewaltsam den Parlamentssitz in Washington gestĂŒrmt. Trump hatte vor dem Sturm auf das Kapitol auf verschiedenen Ebenen versucht, das Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl von 2020 zu kippen und seine damalige Niederlage gegen den Demokraten Joe Biden umzukehren. In der US-Hauptstadt Washington war der Republikaner deswegen auf Bundesebene angeklagt worden - eine Ă€hnliche Anklage gegen ihn wurde auch im US-Bundesstaat Georgia erhoben.

Trumps Team versucht seit Monaten mit einigem Erfolg, diese und andere Strafverfahren gegen ihn zu verzögern und Prozesse abzuwenden. Der Republikaner beteuert in allen Verfahren seine Unschuld und stellt die Ermittlungen gegen ihn als Versuch seiner politischen Gegner dar, ihn kaltzustellen. 

Auf der von ihm mitbegrĂŒndeten Plattform Truth Social schrieb Trump, Smith versuche mit der «lĂ€cherlichen» neuen Anklageschrift lediglich, eine «tote» Hexenjagd wiederzubeleben. Dies sei ein «Akt der Verzweiflung». Die Anklage mĂŒsse abgewiesen werden, forderte er.

Trumps AnwĂ€lte waren mit der Frage nach der ImmunitĂ€t von PrĂ€sidenten vor den Supreme Court gezogen mit dem Ziel, dass die Anklage in Washington ganz fallen gelassen wird. Das gelang ihnen bislang nicht. Was Trumps Juristen aber erreicht haben, ist eine bedeutsame Verzögerung. Experten halten es fĂŒr unmöglich, dass es in dem Washingtoner Fall noch vor der PrĂ€sidentenwahl Anfang November zu einem Prozess kommen könnte. 

Wo stehen die anderen Verfahren?

Das Verfahren in Atlanta zu versuchtem Wahlbetrug 

Auch im Bundesstaat Georgia wurde Trump wegen seiner Einflussversuche bei der Wahl 2020 angeklagt - gemeinsam mit mehreren anderen Personen. Zuletzt stand in dem Verfahren aber nicht mehr Trump im Fokus, sondern die leitende StaatsanwĂ€ltin Fani Willis. Die AnwĂ€lte Trumps und weiterer Beschuldigter warfen ihr vor, von einer romantischen Beziehung zu einem anderen in den Fall involvierten Staatsanwalt unrechtmĂ€ĂŸig finanziell profitiert zu haben. Ein Berufungsgericht fror das Verfahren gegen Trump vorerst ein, bis ein Urteil darĂŒber vorliegt, ob Willis ihre Ermittlungen fortfĂŒhren darf. Die drei Berufungsrichter haben bis MĂ€rz 2025 Zeit, um darĂŒber zu entscheiden. FĂŒr Oktober ist eine erste Anhörung geplant. Ein Prozessauftakt vor der PrĂ€sidentenwahl gilt daher als ausgeschlossen.

Das Verfahren in Miami zur Dokumenten-AffÀre

In Miami im Bundesstaat Florida wurde Trump - ebenfalls auf Bundesebene - angeklagt wegen seines Umgangs mit streng geheimen Regierungsunterlagen. Ihm wird die gesetzeswidrige Aufbewahrung höchst sensibler Informationen aus seiner Zeit als PrĂ€sident (2017 bis 2021) vorgeworfen, ebenso wie eine Verschwörung zur Behinderung der Ermittlungen. So soll Trump versucht haben, mithilfe von Mitarbeitern Material aus Überwachungskameras verschwinden und Kisten mit Dokumenten wegschaffen zu lassen. Auch diese Ermittlungen leitete Smith. 

Die zustĂ€ndige Richterin stellte das Verfahren Mitte Juli ĂŒberraschend ein. Sie begrĂŒndete das mit Zweifeln an der rechtmĂ€ĂŸigen Ernennung des Sonderermittlers. Smith legte dagegen Berufung ein. Sollte er damit Erfolg haben, wĂŒrde das Verfahren wieder aufgenommen. Doch selbst in dem Fall gilt es als praktisch unmöglich, dass es noch vor der PrĂ€sidentenwahl im November zum Prozess kĂ€me. 

Verfahren in New York zu unrechtmĂ€ĂŸig verbuchtem Schweigegeld

In New York war der Republikaner Ende Mai wegen unrechtmĂ€ĂŸig verbuchter Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft legte Trump in dem Fall FĂ€lschung von GeschĂ€ftsunterlagen zur Last. Er habe damit schĂ€dliche Informationen und rechtswidrige AktivitĂ€ten vor und nach der PrĂ€sidentenwahl 2016 verbergen wollen, um seine Chancen auf einen Wahlsieg zu verbessern. Das Strafmaß wurde noch nicht verkĂŒndet. Dieser Schritt wurde bereits einmal verschoben, von Juli auf Mitte September. Trumps AnwĂ€lte wollen noch einen Aufschub erreichen - bis nach dem Wahltag im November. Trump hat außerdem Berufung gegen das Urteil angekĂŒndigt.

@ dpa.de