NiederlÀnder, Grenze

NiederlÀnder kontrollieren eigenmÀchtig an deutscher Grenze

09.06.2025 - 13:09:13

Die Asylpolitik ist Streitthema auch in den Niederlanden. Jetzt organisieren BĂŒrger eigenmĂ€chtig Kontrollen an der deutschen Grenze, um Migranten zu stoppen. Wie reagiert die Regierung in Den Haag?

In der aufgeheizten Debatte um die Asylpolitik in den Niederlanden haben BĂŒrger auf eigene Faust Fahrzeugkontrollen an der deutschen Grenze organisiert. An der Bundesstraße 408, die vom niedersĂ€chsischen Haren (Ems) in Richtung der zentralen Aufnahmeeinrichtung fĂŒr FlĂŒchtlinge im niederlĂ€ndischen Ter Apel verlĂ€uft, stoppten mit Warnwesten und Lampen ausgerĂŒstete Menschen am Samstagabend Autos, wie Medien teils auch mit Videoaufnahmen der Kontrolle berichteten.

Am Sonntagabend verhinderten die deutsche und die niederlĂ€ndische Polizei eine erneute Kontrollaktion. Abermals waren Dutzende NiederlĂ€nder an der Grenze zusammengekommen, um die mögliche Einreise von Asylbewerbern von Deutschland in die Niederlande zu verhindern. Wie der Sender RTV Noord berichtete, stellten die Polizisten die IdentitĂ€t der Beteiligten fest. Am Dienstag war die Regierung in den Niederlanden im Streit ĂŒber eine hĂ€rtere Asylpolitik zerbrochen. 

Der kommissarische Migrationsminister David van Weel rief die Bevölkerung am Sonntagabend dazu auf, das Recht nicht in die eigene Hand zu nehmen. «Der Zustrom von Asylbewerbern muss reduziert werden. Deshalb setzen wir uns fĂŒr strengere Asylgesetze und bessere Grenzkontrollen ein», sagte der Minister. «Frustration ist verstĂ€ndlich, aber nehmen Sie das Gesetz nicht selbst in die Hand. Lassen Sie die Polizei und Grenzpolizei ihre Arbeit machen. Halten Sie sich an das Gesetz», sagte van Weel.

Rechtspopulist Wilders will Einsatz von Armee an deutscher Grenze

Von einer «fantastischen Initiative» sprach unterdessen der Rechtspopulist Geert Wilders. «Das sollte ĂŒberall an der Grenze passieren», sagte er. Wenn der MinisterprĂ€sident nicht sofort die Armee fĂŒr Kontrollen einsetze, «sollten wir es selbst tun». Bei einer nĂ€chsten Kontrollaktion von Einwohnern an der Grenze mache er gerne mit.

Wilders hatte am Dienstag den RĂŒckzug seiner Partei aus der Vier-Parteien-Koalition erklĂ€rt, an der diese als stĂ€rkste Kraft beteiligt war. Er begrĂŒndete dies damit, dass die ĂŒbrigen Koalitionspartner nicht bereit gewesen seien, seine Forderungen nach einem harten Kurs in der Asylpolitik zu erfĂŒllen.

Aufrufe in den sozialen Medien zu Grenzkontrollen 

Die niederlĂ€ndische Polizei und die Grenzgemeinde Westerwolde teilten mit, dass es fĂŒr die Bevölkerung verboten sei, Autos anzuhalten - dies dĂŒrfe nur die Polizei. «Solche Aktionen schaffen enorm gefĂ€hrliche Situationen auf und entlang der Straße», hieß es in einer gemeinsamen ErklĂ€rung, wie die Zeitung «De Gelderlander» berichtete. «Solche Aktionen sind wirklich nicht akzeptabel.» 

An der Aktion am Samstagabend waren demnach etwa zwölf MĂ€nner beteiligt, die nach eigenen Angaben unzufrieden darĂŒber sind, dass Asylbewerber ungehindert ĂŒber die Grenze in die Niederlande kommen. «Es passiert einfach nichts. Dann machen wir es einfach selbst», zitierte die Zeitung einen Beteiligten.

@ dpa.de