Benjamin Netanjahu, Vereinte Nationen

Netanjahu: «An der Schwelle» zu Abkommen mit Saudi-Arabien

22.09.2023 - 16:56:35 | dpa.de

Die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Saudi-Arabien wÀre historisch. Zuletzt dÀmpfte die US-Regierung die Erwartungen - doch nun ist Bewegung in die Verhandlungen gekommen.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu spricht vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. - Foto: Richard Drew/AP/dpa
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu spricht vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. - Foto: Richard Drew/AP/dpa

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sieht eine Aufnahme von diplomatischen Beziehungen mit Saudi-Arabien in Reichweite. «Ich glaube, dass wir an der Schwelle zu einem (...) historischen Frieden zwischen Israel und Saudi-Arabien stehen», sagte Netanjahu heute vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. «So wie wir die Abraham-Abkommen unter der FĂŒhrung von PrĂ€sident Trump erreicht haben, glaube ich fest daran, dass wir den Frieden mit Saudi-Arabien unter der FĂŒhrung von PrĂ€sident Biden erreichen können.» Dies wĂŒrde «einen neuen Nahen Osten schaffen».

Gleichwohl sprach er sich gegen ein «Vetorecht» der PalĂ€stinenser in dem Prozess aus. «Wir dĂŒrfen den PalĂ€stinensern kein Vetorecht ĂŒber die Beziehungen Israels zu den arabischen Staaten einrĂ€umen», sagte Netanjahu. Er argumentierte: «Wenn die PalĂ€stinenser sehen, dass sich der grĂ¶ĂŸte Teil der arabischen Welt mit Israel versöhnt hat, werden sie den Weg des echten Friedens einschlagen.»

Kronprinz: «Zum ersten Mal etwas wirklich Ernsthaftes»

Am Mittwoch hatte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman in einem Interview bestĂ€tigt, dass beide LĂ€nder auf dem Weg einer Normalisierung ihrer Beziehungen sind. «Wir kommen dem jeden Tag nĂ€her, es scheint zum ersten Mal etwas wirklich Ernsthaftes zu sein», sagte der Kronprinz. Dabei betonte er jedoch, eine Übereinkunft hĂ€nge maßgeblich vom Umgang Israels mit den PalĂ€stinensern ab.

Der palÀstinensische PrÀsident Mahmud Abbas ging gestern bei seiner Rede vor der UN nicht direkt auf die AnnÀherung ein, machte jedoch deutlich: «Wer glaubt, dass im Nahen Osten Frieden herrschen kann, ohne dass das palÀstinensische Volk in den Genuss seiner vollen und legitimen nationalen Rechte kommt, der irrt sich».

Offiziell hat Riad keine Beziehungen zu Israel, verdeckt arbeiten beide LĂ€nder aber in Sicherheitsfragen schon lĂ€nger zusammen. Eine förmliche AnnĂ€herung schien jahrzehntelang so gut wie ausgeschlossen. Die USA sind Schutzmacht Israels und auch fĂŒr Saudi-Arabien ein wichtiger VerbĂŒndeter. FĂŒr einen möglichen Durchbruch gibt es noch viele offene Fragen und hohe HĂŒrden. Dazu zĂ€hlt auch Israels rechts-religiöse Regierung, bei der ZugestĂ€ndnisse an die PalĂ€stinenser nur sehr schwer durchsetzbar wĂ€ren.

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