Epstein, USA

Epstein-Befragung von Clinton zu Ende, und jetzt?

28.02.2026 - 04:37:25 | dpa.de

Die Befragung von Ex-PrÀsident Bill Clinton ist beendet, die politische Aufarbeitung zum Epstein-Skandal jedoch nicht. Die Demokraten wollen mehrere US-Regierungsmitglieder vor dem Ausschuss sehen.

  • Nach der Befragung der frĂŒheren Außenministerin Hillary Clinton stellte sich nun auch ihr Mann, Ex-PrĂ€sident Bill Clinton, den Fragen des US-Parlaments zu Epstein. (Archivbild) - Foto: Andres Kudacki/FR170905 AP/dpa
    Nach der Befragung der frĂŒheren Außenministerin Hillary Clinton stellte sich nun auch ihr Mann, Ex-PrĂ€sident Bill Clinton, den Fragen des US-Parlaments zu Epstein. (Archivbild) - Foto: Andres Kudacki/FR170905 AP/dpa
  • Comers Aussage zufolge reiste Ex-PrĂ€sident Clinton Dutzende Male mit Epsteins Flugzeug.  - Foto: Angelina Katsanis/AP/dpa
    Comers Aussage zufolge reiste Ex-PrÀsident Clinton Dutzende Male mit Epsteins Flugzeug. - Foto: Angelina Katsanis/AP/dpa
  • Hillary Clinton trat nach ihrer Befragung vor die Presse, Bill Clinton nach seiner nicht.  - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
    Hillary Clinton trat nach ihrer Befragung vor die Presse, Bill Clinton nach seiner nicht. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Äußert sein Bedauern ĂŒber die Befragung von Ex-PrĂ€sident Clinton - der aktuelle PrĂ€sident Trump.  - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
    Äußert sein Bedauern ĂŒber die Befragung von Ex-PrĂ€sident Clinton - der aktuelle PrĂ€sident Trump. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
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Nach der Befragung des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Bill Clinton zum Fall Epstein vor dem Kongress hat der zustĂ€ndige Ausschussvorsitzende die Vorladung weiterer Personen in Aussicht gestellt. Der republikanische Vorsitzende des Kontrollausschusses, James Comer, verwies am Freitagabend (Ortszeit) zudem auf viele noch offene Fragen dazu, wie der SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein so viel Reichtum angehĂ€uft habe. Demokraten sahen in der Befragung eines Ex-PrĂ€sidenten indes einen PrĂ€zedenzfall und forderten, dass auch US-PrĂ€sident Donald Trump unter Eid vor dem Ausschuss zu Epstein aussagen mĂŒsse. 

Wie die Befragung von Bill Clinton lief

Am Donnerstag hatte bereits die frĂŒhere Außenministerin Hillary Clinton viele Stunden vor Ausschussmitgliedern ausgesagt - bei ihrem Mann dauerte es Ă€hnlich lang. Anders als seine Frau trat Bill Clinton danach allerdings nicht vor die Presse. 

Der Ausschussvorsitzende Comer wiederum Ă€ußerte sich im Anschluss vor Journalisten - und bezeichnete die Befragung Bill Clintons als «sehr produktiv». Clinton habe versucht, jede Frage zu beantworten. Er sei sich sicher, dass viele Menschen in den USA weitere Fragen zu einigen der gegebenen Antworten haben wĂŒrden, sobald das Video und Transkripte veröffentlicht wĂŒrden, sagte er. 

Die nicht öffentliche Anhörung fand in Chappaqua im US-Bundesstaat New York statt, wo die Clintons leben. Die Republikaner kĂŒndigten an, Videoaufzeichnungen der Anhörungen «so schnell wie möglich» zu veröffentlichen.

In einem spĂ€ter auf X veröffentlichten Video sagte Clinton, er hoffe, dass die Veröffentlichung seiner Aussage, «alle dazu motivieren wird, vor den Kongress zu treten und zu sagen, was sie wissen». Zudem solle das Justizministerium alle Epstein-Akten veröffentlichen. «Die Überlebenden verdienen das.»

Medien: Clinton Ă€ußert sich zu Bild mit Frau in Whirlpool 

In den Dokumenten zu den Ermittlungen zu Epstein, der jahrelang einen Missbrauchsring betrieben hatte, tauchen Bill Clintons Name und Bilder von ihm auf. Nennungen in den Akten allein sind kein Beleg fĂŒr Fehlverhalten. 

Mehrere US-Medien berichten unter Berufung auf mit der Aussage vertraute Personen, dass Bill Clinton vor dem Ausschuss zu einem vom Justizministerium veröffentlichten Foto befragt worden sei. Dieses zeigt ihn demnach in einem Whirlpool mit einer Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde. Clinton habe den Kongressmitgliedern gesagt, dass er nicht wisse, wer die Frau sei, und dass er keinen Sex mit ihr gehabt habe, berichten etwa die «New York Times» und der Sender CNN. 

Clinton: Ich habe «nichts Falsches getan»

Zu Beginn seiner Befragung vor dem Ausschuss hatte Clinton jede Kenntnis von Straftaten des 2019 in Haft gestorbenen SexualstraftĂ€ters Epstein zurĂŒckgewiesen. In einer in sozialen Medien verbreiteten ErklĂ€rung schrieb Clinton, er habe «nichts gesehen und nichts Falsches getan». Seine Bekanntschaft mit Epstein sei nur kurz gewesen und habe Jahre bevor dessen Verbrechen ans Licht gekommen seien, geendet.

Auch Comer betonte vor der Befragung, dass den Clintons derzeit kein Fehlverhalten vorgeworfen werde. Ziel der Untersuchung sei es, zu klĂ€ren, wie Epstein zu Einfluss und Reichtum gelangte und welche Netzwerke ihn möglicherweise schĂŒtzten. Bill Clinton sollte ihm zufolge zu Fotos, E-Mails und Reisebewegungen im Zusammenhang mit Epstein befragt werden. Bekannt sei unter anderem, dass Epstein wĂ€hrend Clintons PrĂ€sidentschaft 17 Mal im Weißen Haus war und der Ex-PrĂ€sident mindestens 27 Mal mit Epsteins Flugzeug reiste, sagte Comer.

Trump kritisiert Befragung Clintons - und gerÀt selbst in den Fokus

WĂ€hrend Bill Clinton noch befragt wurde, drĂŒckte Trump sein Bedauern darĂŒber aus. «Ich mag ihn und es gefĂ€llt mir nicht, ihn unter Eid aussagen zu sehen», sagte der US-PrĂ€sident. In der Vergangenheit hatte Trump, der in der Epstein-AffĂ€re selbst in den Fokus geraten war, immer wieder versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken.

Der Demokrat Ro Khanna erklĂ€rte nun, mit Bill Clintons Aussage sei ein PrĂ€zedenzfall geschaffen worden: Wenn ein frĂŒherer PrĂ€sident einer Vorladung des Kongresses Folge leisten mĂŒsse, dann mĂŒsse das auch fĂŒr Trump gelten. Dieser hatte eine Vorladung des Untersuchungsausschusses zur ErstĂŒrmung des US-Kapitols vom 6. Januar 2021 missachtet – mit der BegrĂŒndung, dass kein PrĂ€sident oder Ex-PrĂ€sident jemals durch eine Vorladung dazu gezwungen worden sei, vor einem Kongressausschuss auszusagen. 

Mehrere Demokraten forderten, dass nun auch Trump vor dem Epstein-Ausschuss aussagen mĂŒsse.

Auch Minister Lutnick soll nach Willen der Demokraten aussagen

Neben Trump wĂŒrden Demokraten dort noch ein anderes Mitglied der US-Regierung gerne sehen: Handelsminister Howard Lutnick. Aus jĂŒngst veröffentlichte Akten zum Fall Epstein geht hervor, dass Lutnick lĂ€nger Kontakt zu dem Finanzier hatte als zu einem frĂŒheren Zeitpunkt angegeben. Bei einer Senatsanhörung rĂ€umte er daraufhin diesen Monat ein, er habe Epsteins Karibikinsel 2012 - und damit Jahre nach dessen Verurteilung im Jahr 2008 - wĂ€hrend eines Familienurlaubs besucht. Straftaten habe er dabei nicht beobachtet. Lutnick bestreitet jegliches Fehlverhalten.

Der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, Robert Garcia, sagte jĂŒngst, es sei «inakzeptabel», jemanden nicht vorzuladen, der so oft ĂŒber seine Kontakte zu Epstein gelogen habe. Lutnick solle im Grunde zurĂŒcktreten oder seines Amtes enthoben werden, zumindest aber aussagen. Das Weiße Haus weist RĂŒcktrittsforderungen zurĂŒck. 

Der Republikaner Comer sagte Medienberichten zufolge zuletzt, es sei «sehr gut möglich», dass Lutnick vor das Gremium geladen werde.

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