Modi, EinsÀtze

Modi: EinsÀtze gegen Terrorismus in Pakistan nur ausgesetzt

12.05.2025 - 20:21:24

Die beiden AtommÀchte Indien und Pakistan vereinbarten nach Kampfhandlungen eine Waffenruhe. Doch die Lage ist weiter angespannt - das unterstreicht auch eine Ansprache des indischen Regierungschefs.

Nach den jĂŒngsten bewaffneten ZusammenstĂ¶ĂŸen mit Pakistan hat Indien nach Angaben von Premierminister Narendra Modi sein militĂ€risches Vorgehen gegen Ziele im Nachbarland nur ausgesetzt. KĂŒnftige MilitĂ€raktionen hingen vom Verhalten Pakistans ab, sagte Modi in seiner ersten öffentlichen Ansprache seit Beginn der Kampfhandlungen zwischen den beiden AtommĂ€chten. Zugleich warnte er, sein Land werde keine «nukleare Erpressung» tolerieren. Indien wolle mit dem Nachbarn nur noch ĂŒber den Terrorismus und den pakistanisch kontrollierten Teil der Region Kaschmir reden. Indien beansprucht wie Pakistan die gesamte Region fĂŒr sich, die deshalb ein zentrales Streitthema zwischen beiden Seiten ist. 

Truppenreduzierung?

Hochrangige MilitĂ€rvertreter beider LĂ€nder hĂ€tten am Montag ĂŒber die Umsetzung der zwei Tage zuvor vereinbarten Waffenruhe diskutiert, berichtete der staatliche indische Sender All India Radio. Sie hĂ€tten sich unter anderem darauf verstĂ€ndigt, auch eine Reduzierung der Truppen in den Grenzregionen in ErwĂ€gung zu ziehen. Weitere Details dazu waren zunĂ€chst nicht bekannt. 

Am Abend löste nach Medienberichten die erneute Sichtung von mutmaßlichen Drohnen aus Pakistan im indischen Unionsterritorium Jammu und Kaschmir kurzzeitig Unruhe aus. Die Luftabwehr sei aktiviert worden. Es habe sich um eine kleine Zahl von Drohnen gehandelt. Es gebe keinen Grund zu grĂ¶ĂŸerem Alarm, zitierte die indische Nachrichtenagentur ANI MilitĂ€rs. 

Indien will neun «Terroristenlager» zerstört haben

«"Operation Sindoor" ist jetzt unsere neue Politik gegen den Terrorismus, eine neue Linie wurde damit gezogen», sagte Modi. Indien hatte Mitte der vergangenen Woche unter diesem Namen Luftangriffe auf mehrere Ziele in Pakistan und dem pakistanischen Teil Kaschmirs gestartet. Nach eigenen Angaben wurden dabei neun «Terroristenlager» zerstört. 

Nach der indischen MilitĂ€raktion kam es zu teils heftigen Gefechten in den Grenzregionen und zu gegenseitigen Luftangriffen. Am Samstag verkĂŒndeten beide LĂ€nder ĂŒberraschend eine Waffenruhe. Indien warf dem Nachbarland jedoch schon wenige Stunden spĂ€ter VerstĂ¶ĂŸe gegen die Feuerpause vor, was Pakistan umgehend zurĂŒckwies.

Die Angriffe waren eine Reaktion auf einen Terroranschlag im indischen Teil Kaschmirs am 22. April, bei dem 26 Menschen - vorwiegend indische Touristen - getötet wurden. Die Regierung in Neu-Delhi wirft Pakistan eine Beteiligung vor, Islamabad weist das zurĂŒck.

Modi: Pakistan muss terroristische Infrastruktur zerstören

Modi warf Pakistan erneut vor, den Terrorismus zu unterstĂŒtzen. Indien werde kĂŒnftig «nicht unterscheiden zwischen Terrorismus, der von der Regierung gefördert wird, und den Drahtziehern des Terrorismus». Falls Pakistan ĂŒberleben wolle, mĂŒsse es terroristische Infrastruktur zerstören. «Es gibt keinen anderen Weg zum Frieden.» Die Regierung in Islamabad bestreitet die VorwĂŒrfe Neu-Delhis.

Trump: Drohender Atomkrieg

Die US-Regierung ĂŒbte nach Angaben von PrĂ€sident Donald Trump ĂŒber die Handelspolitik Druck auf die AtommĂ€chte Indien und Pakistan aus, um sie zu einer Waffenruhe zu bewegen. «Ich denke, es hĂ€tte ein schlimmer Atomkrieg werden können. Millionen von Menschen hĂ€tten getötet werden können. Deshalb bin ich sehr stolz darauf», sagte Trump im Weißen Haus.

Trump sagte, er habe beide Seiten erklÀrt: «Wenn ihr es stoppt, machen wir einen Handel. Wenn ihr nicht aufhört, werden wir keinen Handel machen.»

@ dpa.de