KriegserklÀrung, Ecowas

Frankreich evakuiert erste EuropÀer aus dem Niger

02.08.2023 - 16:16:45

Die ersten EuropĂ€er haben nach dem Putsch im Niger das Krisenland verlassen können. Deutschland wird dabei von Frankreich unterstĂŒtzt. Die MilitĂ€rchefs Westafrikas beraten, ob sie militĂ€risch eingreifen.

  • Französische Staatsangehörige warten auf dem Flughafen in Niamey auf die Evakuierung. - Foto: Sam Mednick/AP/dpa

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  • Ein Flugzeug der französischen Luftwaffe auf dem internationalen Flughafen von Niamey. Zwei Evakuierungsmaschinen sind inzwischen in Frankreich gelandet. - Foto: Generalstab der französischen Armee/dpa

    Generalstab der französischen Armee/dpa

  • Menschen sind vor dem dem internationalen Flughafen von Niamey zu sehen. Knapp eine Woche nach dem MilitĂ€rputsch im Niger hat Frankreich mit der Evakuierung seiner StaatsbĂŒrger aus dem westafrikanischen Land begonnen. - Foto: Generalstab der französischen Armee/dpa

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  • Menschen kommen auf dem Flughafen Paris Roissy Charles de Gaulle in Roissy-en-France an, nachdem sie aus dem Niger evakuiert wurden. - Foto: Lou Benoist/AFP/dpa

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  • Französische und andere Staatsangehörige versammeln sich am internationalen Flughafen in Niamey, um mit einem französischen MilitĂ€rflugzeug nach Frankreich zurĂŒckgebracht zu werden. - Foto: Sam Mednick/AP

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Französische Staatsangehörige warten auf dem Flughafen in Niamey auf die Evakuierung. - Foto: Sam Mednick/AP/dpaEin Flugzeug der französischen Luftwaffe auf dem internationalen Flughafen von Niamey. Zwei Evakuierungsmaschinen sind inzwischen in Frankreich gelandet. - Foto: Generalstab der französischen Armee/dpaMenschen sind vor dem dem internationalen Flughafen von Niamey zu sehen. Knapp eine Woche nach dem MilitĂ€rputsch im Niger hat Frankreich mit der Evakuierung seiner StaatsbĂŒrger aus dem westafrikanischen Land begonnen. - Foto: Generalstab der französischen Armee/dpaMenschen kommen auf dem Flughafen Paris Roissy Charles de Gaulle in Roissy-en-France an, nachdem sie aus dem Niger evakuiert wurden. - Foto: Lou Benoist/AFP/dpaFranzösische und andere Staatsangehörige versammeln sich am internationalen Flughafen in Niamey, um mit einem französischen MilitĂ€rflugzeug nach Frankreich zurĂŒckgebracht zu werden. - Foto: Sam Mednick/AP

Eine Woche nach dem MilitĂ€rputsch im Niger haben mehrere europĂ€ische LĂ€nder mit der Evakuierung ihrer StaatsbĂŒrger begonnen. Auch die ersten Deutschen konnten an Bord französischer Maschinen das westafrikanische Land verlassen.

Die Bundeswehr plant von der kommenden Woche an eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs zum LufttransportstĂŒtzpunkt in Niamey, der Hauptstadt des Nigers. Dort sind derzeit auch mehr als 100 deutsche Soldaten stationiert.

Frankreich habe mit den ersten beiden EvakuierungsflĂŒgen 513 Personen in Sicherheit gebracht, teilte das französische Außenministerium mit. Unter ihnen waren ĂŒber 350 Franzosen. Insgesamt hat Paris vier FlĂŒge vorgesehen. Etwa 500 bis 600 Franzosen sind den Angaben zufolge im Land.

Mehr als 40 Deutsche evakuiert

Mit den EvakuierungsflĂŒgen Frankreichs sind bislang mehr als 40 Deutsche aus dem Land ausgereist. «Heute wird es noch weitere FlĂŒge geben. Ich danke meiner französischen Amtskollegin Catherine Colonna dafĂŒr von ganzem Herzen», teilte Außenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) mit.

Die unkomplizierte und pragmatische Zusammenarbeit in Krisenzeiten zeige, was Europa in der Außen- und Sicherheitspolitik leisten könne, wenn zusammengearbeitet werde. «Mit ebendieser Geschlossenheit und Entschlossenheit unterstĂŒtzen wir als EuropĂ€ische Union auch die internationalen BemĂŒhungen zur Wiederherstellung der verfassungsmĂ€ĂŸigen Ordnung in Niger», so Baerbock. Im Niger halten sich knapp 100 deutsche Zivilisten auf.

Demokratisch gewÀhlter PrÀsident abgesetzt

Im Niger hatten Offiziere der PrĂ€sidialgarde vergangenen Mittwoch den demokratisch gewĂ€hlten PrĂ€sidenten Mohamed Bazoum festgesetzt und fĂŒr entmachtet erklĂ€rt. Der Kommandeur der PrĂ€sidialgarde, General Abdourahamane Tiani, ernannte sich im Anschluss selbst zum neuen Machthaber. Kurz nach Tianis MachtĂŒbernahme setzten die Putschisten die Verfassung außer Kraft und lösten alle verfassungsmĂ€ĂŸigen Institutionen auf. Nach MilitĂ€rputschen in Mali und Burkina Faso seit 2020 war der Niger das letzte der drei NachbarlĂ€nder in der Sahelzone, das von einer demokratisch gewĂ€hlten Regierung gefĂŒhrt wurde. Der Niger war auch in Migrationsfragen ein wichtiger Partner fĂŒr den Westen.

Nach dem Ende der Sperrung des Luftraums ĂŒber dem westafrikanischen Land soll der erste MilitĂ€rtransporter der Bundeswehr am Montag vom MilitĂ€rflugplatz Wunstorf in Niedersachsen aus starten, wie der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erklĂ€rt wurde. Es soll der Transport von Soldaten und Material aufgenommen werden.

Der LufttransportstĂŒtzpunkt Niamey ist zentrales Drehkreuz fĂŒr die Bundeswehr in Westafrika und wichtig fĂŒr den laufenden Abzug aus dem benachbarten Mali. Die MilitĂ€rregierung in Mali hatte einen Abzug der UN-Soldaten bis Ende des Jahres gefordert.

Wenn es einen Weg gebe, die Sicherheit der Soldaten zu garantieren, «dann werden wir auch versuchen, an einem StĂŒtzpunkt festzuhalten», sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Zugleich werde nach Alternativen gesucht, wie der RĂŒckzug aus Mali ĂŒber andere Flugstrecken organisiert werden könnte.

Nigers MilitĂ€rmachthaber öffneten die Landes- und Luftgrenzen zu den fĂŒnf Nachbarstaaten Mali, Burkina Faso, Algerien, Libyen und Tschad.

Konflikt könnte weiter eskalieren

Der Konflikt im Niger könnte weiter eskalieren. Die westafrikanische Staatengemeinschaft hatte den Putschisten am Sonntag ein Ultimatum gestellt. Sollte der festgesetzte PrĂ€sident Bazoum nicht binnen einer Woche wieder eingesetzt werden, werde Ecowas Maßnahmen ergreifen, die auch Gewalt umfassen könnten, hieß es.

Heute trafen sich die MilitĂ€rchefs der Ecowas-MitgliedslĂ€nder in Nigerias Hauptstadt Abuja. Dabei soll drei Tage lang ĂŒber das weitere Vorgehen beraten werden. Die nach frĂŒheren MilitĂ€rputschen bereits suspendierten Ecowas-Mitglieder Burkina Faso und Mali haben sich an die Seite der Putschisten im Niger gestellt. Sie warnten Ecowas vor einem Eingreifen. Mali und Burkina Faso drohten, jede militĂ€rische Intervention gegen den Niger komme einer KriegserklĂ€rung auch gegen ihre LĂ€nder gleich.

Tiani entsandte eine Delegation nach Mali und Burkina Faso, wie ein Sprecher des neuen MilitĂ€rfĂŒhrers ohne Nennung weiterer Einzelheiten sagte.

@ dpa.de