Außenbeauftragte, SekundĂ€rzölle

Außenbeauftragte: EU diskutiert SekundĂ€rzölle gegen Russland

19.05.2025 - 05:00:00

Die EU diskutiert hÀrtere Sanktionen und SekundÀrzölle nach US-Vorbild gegen Russland.

Das sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Vorbild ist der aktuelle Gesetzentwurf des US-Senators Lindsey Graham im Kongress. Dieser sieht unter anderem Zölle in Höhe von 500 Prozent fĂŒr Importe aus LĂ€ndern vor, die Öl, Gas und andere kritische GĂŒter aus Russland beziehen.

"Wir diskutieren in der Kommission bereits, wie wir das in der EU nachmachen könnten", sagte Kallas. "FĂŒr den Frieden braucht es zwei Parteien, fĂŒr Krieg nur eine. Und Putin will eindeutig Krieg. Einen Durchbruch könnten wir mit deutlich verschĂ€rften Sanktionen erzielen." Die von EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen am Freitag vorgeschlagenen Sanktionen gegen Nord Stream 1 und 2 sieht Kallas als vorsorglichen Schritt, um zu verhindern, dass ĂŒber diese Infrastruktur kĂŒnftig Energie nach Europa geliefert werde. "Absurderweise haben wir zuletzt von verschiedenen Seiten einige BemĂŒhungen beobachtet, die darauf hindeuten, dass an einer Inbetriebnahme gearbeitet wird. Dagegen mĂŒssen wir uns wappnen." Ihre Haltung erklĂ€rt die ehemalige Premierministerin von Estland auch aus ihrer eigenen Biografie heraus. "Freiheit kann man erst richtig verstehen, wenn sie einem genommen wurde", sagte sie. "Meine Großeltern lebten anfangs noch in Freiheit. Doch sie wurden ihrer beraubt, als die Sowjetunion Estland 1940 besetzte. Bis ich ein Teenager war, kannten wir keine Freiheit. Die Erinnerung an die Zeit wird mich fĂŒr immer prĂ€gen. Wenn ich als Politikerin eine klare Linie gegen Russland verfolge, dann tue ich das auch, damit niemand mehr das erleiden muss, was der Generation meiner Großeltern widerfahren ist."

@ dts-nachrichtenagentur.de