USA warten auf Waffenruhe-Vorschlag aus Moskau
21.05.2025 - 05:00:46Nach dem Telefonat von US-PrĂ€sident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin warten die USA auf einen Vorschlag aus Moskau fĂŒr eine Waffenruhe in der Ukraine. Putin habe gesagt, dass Russland einen Vorschlag unterbreiten werde, der zu einer Waffenruhe fĂŒhren werde, was dann zu einer breiteren Verhandlung fĂŒhren werde, sagte US-AuĂenminister Marco Rubio bei einer Anhörung in einem Ausschuss des US-Senats in Washington. Derweil setzt der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj auf die USA als Motor in möglichen Friedensverhandlungen mit Russland.Â
Am Montag hatte US-PrĂ€sident Trump nach seinem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin sofortige Verhandlungen im Vatikan ĂŒber eine Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine in Aussicht gestellt. Allerdings nannte Trump keine Details - und wurde einmal mehr dafĂŒr kritisiert, bei seinen FriedensbemĂŒhungen nicht genĂŒgend Druck auf Moskau auszuĂŒben. Berichten zufolge stellte Trump Putin fĂŒrs Erste keine weiteren Sanktionen gegen Russland in Aussicht.Â
Rubio sagte nun, aus dem Kontext des avisierten russischen Vorschlags werde man dann wissen, wie die Denkweise der Russen sei und wo sie stĂŒnden. «Ich denke, Putin wird immer dann einen Deal eingehen, wenn er glaubt, dass dies in seinem besten Interesse ist, fĂŒr das Land, fĂŒr Russland und fĂŒr seine Sicht der Welt.» Die Ukraine wehrt seit mehr als drei Jahren einen russischen Angriffskrieg ab.
Selenskyj betont Rolle der USA als Motor bei Verhandlungen
Selenskyj machte sich trotz der abwartenden Haltung der USA fĂŒr eine fĂŒhrende Rolle Washingtons bei weiteren Verhandlungen stark. «Es ist Amerika, das von Russland gefĂŒrchtet wird, und es ist der amerikanische Einfluss, der viele Leben retten kann, wenn er als Druckmittel eingesetzt wird, um Putin zur Beendigung des Krieges zu bewegen», sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. «Es ist wichtig, dass sich Amerika weiterhin fĂŒr die AnnĂ€herung an den Frieden einsetzt.»
Selenskyj lobte das 17. Sanktionspaket, das die EU am Dienstag verabschiedet hatte. «Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, und es sollte so viele Sanktionsschritte geben, wie nötig sind, damit Russland sich fĂŒr den Frieden interessiert und den vollen Preis fĂŒr seine Aggression und seinen Wunsch, den Krieg zu verlĂ€ngern, zu spĂŒren bekommt», sagte er. Es gebe einen Sanktionsbeschluss des Vereinigten Königreichs und der EU, «und es wĂ€re gut, wenn auch die Vereinigten Staaten dazu beitragen wĂŒrden».Â
Das mittlerweile 17. Paket mit StrafmaĂnahmen sieht unter anderem eine weitere VerschĂ€rfung des Vorgehens gegen die sogenannte russische Schattenflotte fĂŒr den Transport von Ăl und Ălprodukten vor.Â
Vatikan bereit als Gastgeber fĂŒr Verhandlungen
Derweil bestĂ€tigte Papst Leo XIV. nach Worten der italienischen MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni seine Bereitschaft, Gastgeber fĂŒr Verhandlungen zu einer Beendigung des Ukraine-Kriegs zu sein. Meloni berichtete von einem Telefonat mit dem Pontifex, in dem dieser die VerfĂŒgbarkeit des Vatikans als neutralen Ort fĂŒr mögliche Verhandlungen zwischen dem Aggressor aus Moskau und Kiew bestĂ€tigte. Schon in den vergangenen Tagen hatte das neue Oberhaupt der katholischen Kirche ein entsprechendes Angebot gemacht.
Meloni teilte mit, dass sie bei einer Telefonkonferenz am Montag unter anderem mit Trump und europĂ€ischen Staats- und Regierungschefs gebeten worden sei, nochmal bei Papst Leo nachzufragen. Dies habe sie dann schnell getan. Sie danke dem Pontifex fĂŒr seinen Einsatz und seinen Willen, an einem fairen und dauerhaften Frieden in der Ukraine mitzuarbeiten, hieĂ es aus dem BĂŒro der MinisterprĂ€sidentin in Rom.Â
Russland hat 20.000 EingebĂŒrgerte an die Front geschickt
Die russischen Behörden haben nach eigenen Angaben rund 20.000 Migranten nach deren EinbĂŒrgerung in den Krieg gegen die Ukraine geschickt. MilitĂ€rermittler fĂŒhrten regelmĂ€Ăig Razzien durch, um neu eingebĂŒrgerte MĂ€nner, die sich nicht beim MilitĂ€r registrieren wollten, zu finden, sagte der Leiter des Ermittlungskomitees, Alexander Bastrykin, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. «80.000 haben wir herausgefischt und fĂŒr den Wehrdienst erfasst und 20.000 dieser "jungen" BĂŒrger Russlands, denen es aus irgendeinem Grund nicht gefĂ€llt, in Usbekistan, Tadschikistan oder Kirgistan zu leben, sind schon an der Front.»Â
Russland ist auch mehr als 30 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion immer noch das Ziel vieler Einwanderer vor allem aus den zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken. In den von Bastrykin genannten Staaten ist der Lebensstandard deutlich niedriger als in Russland und es fehlen ArbeitsplĂ€tze, so dass viele junge MĂ€nner als Gastarbeiter kommen und dann versuchen, die russische StaatsbĂŒrgerschaft zu erwerben.Â
Neben Einwanderern setzt der Kreml auf finanzielle Anreize, um speziell aus den armen Regionen Russlands Freiwillige an die Front zu locken. AuĂerdem wurden bei der RĂŒckeroberung von Teilen der westrussischen Region Kursk in den vergangenen Monaten auch Soldaten des mit dem Kreml verbĂŒndeten nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un eingesetzt. RegelmĂ€Ăig gibt es auch Berichte ĂŒber angeworbene BĂŒrger anderer Staaten wie China, Indien, Kuba oder auch Senegal oder Togo.









