EU-Bericht: Bevölkerung wird auf GröĂe wie in 1970ern sinken
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 14:03 Uhr, dpa.de
Mit 450,6 Millionen Menschen hat die europĂ€ische Bevölkerung laut dem aktuellen Demografie-Bericht der EU-Kommission ihren Höchststand erreicht. Im Jahr 2100 werden demnach nur noch 398,8 Millionen Menschen in Europa leben - das sind 11,7 Prozent weniger als heute und entspricht etwa der BevölkerungsgröĂe der zweiten HĂ€lfte der 1970er Jahre.Â
EuropĂ€erinnen und EuropĂ€er leben nach Angaben der EU-Kommission durchschnittlich lĂ€nger als jemals zuvor - die Lebenserwartung lag 2024 bei 81,5 Jahren (84,1 Jahre fĂŒr Frauen und 78,9 Jahre fĂŒr MĂ€nner). Das zeige Fortschritte bei der Gesundheitsversorgung, dem Lebensstandard und sozialen VerhĂ€ltnissen. Bis 2100 steige die Lebenserwartung fĂŒr MĂ€nner auf mindestens 86 Jahre und fĂŒr Frauen voraussichtlich sogar auf ĂŒber 90 Jahre, heiĂt es weiter.Â
Heute geborene Kinder leben lÀnger ohne schwere Krankheit
EuropĂ€er leben dem Bericht zufolge durchschnittlich lange gesund. «Ein Kind, das 2023 in der EU geboren wurde, kann damit rechnen, ohne schwerwiegende Erkrankungen zu leben, bis es 75,3 Jahre alt ist», teilte die EU-Kommission mit.Â
Zudem werden Menschen in Europa immer betagter. Im Jahr 2050 wird dem Bericht zufolge fast einer von drei EU-BĂŒrgern 65 Jahre oder Ă€lter sein, wĂ€hrend es heute noch jeder fĂŒnfte ist. Die Zahl der PflegebedĂŒrftigen steigt dem Bericht zufolge von 36 Millionen im Jahr 2025 auf voraussichtlich 48 Millionen bis 2070. Das entspreche dann etwa 11 Prozent der EU-Bevölkerung.Â
Chance oder Risiko fĂŒr die Wirtschaft?
Die EU-Kommission sieht in der höheren Lebenserwartung der Bevölkerung einerseits Chancen fĂŒr mehr BĂŒrgerengagement im höheren Alter und fĂŒr neue MĂ€rkte mit Produkten, die auf die BedĂŒrfnisse Ă€lterer Menschen zugeschnitten seien. Andererseits werde die Zahl der Menschen im erwerbsfĂ€higen Alter (15 bis 64 Jahre) laut der Analyse zwischen 2025 und 2050 jĂ€hrlich voraussichtlich um 1,2 Millionen Menschen sinken.Â
Arbeitnehmer sind in der EU in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich Ă€lter geworden. Der Anteil der arbeitenden Personen zwischen 55 und 64 Jahren ist bei Frauen um 13,5 Prozentpunkte gestiegen und bei MĂ€nnern um 12,2 Prozentpunkte.Â
Die Migration von FachkrĂ€ften kann der Mitteilung der EU-Kommission zufolge dazu beitragen, die Folgen der alternden Bevölkerung abzumildern. Zudem brauche es Qualifizierung und Umschulung von bereits in der EU lebenden Menschen. Etwa 20 Prozent der Menschen im erwerbsfĂ€higen Alter innerhalb der EU arbeiten derzeit nicht, heiĂt es in der Mitteilung. Davon seien auch acht Millionen junge Menschen betroffen.
