EVP-Chef, Trump-PlÀne

EVP-Chef: Trump-PlÀne zerstören Idee des freien Welthandels

31.03.2025 - 02:00:00

Die EuropĂ€ische Union braucht im Zollstreit nicht vor den USA zurĂŒckzuschrecken, findet EVP-Chef Manfred Weber.

"Wir wollen keinen Handelskrieg, aber auch wir können hart reagieren", sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. "Was Trump plant, zerstört aber die Idee des regelbasierten, freien Welthandels, der uns als Deutsche, als Bayern in den letzten 30 Jahren reich gemacht hat." Europa mĂŒsse Trump deutlich machen, dass er ein "Spiel mit dem Feuer" betreibe. "Wenn Trump verstĂ€rkt auf europĂ€ische GĂŒter schaut, werden wir verstĂ€rkt auf die amerikanischen Dienstleistungen schauen", erklĂ€rte Weber.

"Wir EuropĂ€er sind gut bei Produkten, haben deshalb mit den USA einen HandelsĂŒberschuss bei Produkten. Dagegen will Trump mit seinen Zöllen vorgehen. Auf der anderen Seite sind die Amerikaner stark bei Dienstleistungen, insbesondere den Digitalkonzernen: beispielsweise Apple, Google, Facebook - sie verdienen jede Menge Geld bei uns, leisten aber kaum einen Beitrag zur Finanzierung in Europa." Mit der EU-Entscheidung, 800 Milliarden Euro fĂŒr die Verteidigung aufzuwenden, nehme Europa "das Schicksal in die eigene Hand", sagte Weber. "SpĂ€testens 2030 muss Europa in der Lage sein, sich eigenstĂ€ndig zu verteidigen. Gemeinsame Beschaffung, gemeinsame RĂŒstungsprojekte sind dafĂŒr fundamental." Bayern werde davon als starker RĂŒstungsstandort profitieren. "Europa braucht Verteidigungssysteme fĂŒr Drohnen an der Außengrenze und eine gemeinsame SatellitenĂŒberwachung, damit wir nicht mehr von den Amerikanern abhĂ€ngig sind", erklĂ€rte Weber. "Bei diesen Themen muss Europa jetzt gemeinsam agieren." Da Europa "im Innern fragil" sei, bereite es Weber Sorge, dass eine europĂ€ische Armee derzeit nicht im Fokus stehe. "Es muss uns gelingen, jetzt bei der Verteidigung eine Architektur aufzubauen und Europa so zu strukturieren, dass das nicht mehr rĂŒckabwickelbar ist", so Weber. Es mĂŒsse gelingen, Europa bei der Verteidigung "so zusammenzuschweißen, dass dieses Europa langfristig, nachhaltig, gemeinsam seine Verteidigung organisieren kann. Historische Zeiten brauchen historische Antworten." Auf die Frage, ob Europa eigene Atombomben zur Abschreckung brauche, meinte Weber: "Wir mĂŒssen das Angebot von Emmanuel Macron annehmen, die französische Atomwaffe zu europĂ€isieren. Da bin ich Friedrich Merz sehr dankbar, dass er das jetzt aufgenommen hat. Sie wissen, Olaf Scholz hat das zurĂŒckgewiesen, der Wechsel im Kanzleramt tut gut." Es brauche jetzt europĂ€ische Strukturen, damit "kein einzelner Politiker das wieder infrage stellen kann", so Weber. "Es sind Schicksalstage, vor denen wir stehen."

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