Pro-PalÀstina-Aktivist, Millionen

Pro-PalÀstina-Aktivist fordert 20 Millionen von US-Regierung

11.07.2025 - 10:46:03

Die Festnahme von Machmud Chalil im MÀrz nach Uni-Protesten gegen den Gaza-Krieg verursachte viel Aufsehen. Nach seiner Freilassung verlangt er nun eine EntschÀdigung - oder eine Entschuldigung.

Der nach 104 Tagen in Abschiebehaft freigelassene pro-palĂ€stinensische Aktivist Machmud Chalil verlangt von der US-Regierung 20 Millionen Dollar EntschĂ€digung. Er fordere diese Summe fĂŒr die SchĂ€den, die ihm durch die «politisch motivierte Verhaftung» entstanden seien, teilte die Nichtregierungsorganisation Center for Constitutional Rights mit, die ihn juristisch unterstĂŒtzt. 

Anstelle einer Zahlung akzeptiere Chalil auch eine offizielle Entschuldung der Regierung von PrĂ€sident Donald Trump sowie eine Abkehr von der «verfassungswidrigen Politik» gegen Teilnehmer an den Uni-Protesten gegen den Gaza-Krieg, heißt es.

Forderung als «absurd» zurĂŒckgewiesen

Chalil hatte sich an der renommierten Columbia University in Manhattan an propalÀstinensischen Protesten im Zusammenhang mit Israels Vorgehen im Gaza-Krieg beteiligt. Als Redner bei den Demos nahm er eine prominente Rolle ein. Die US-Regierung will ihn abschieben und wirft ihm unter anderem vor, auf dem UniversitÀtsgelÀnde FlugblÀtter mit dem Logo der islamistischen Hamas verteilt zu haben. 

Tricia McLaughlin, eine Sprecherin des US-Heimatschutzministeriums, wies Chalils Forderung nach einer EntschĂ€digung als «absurd» zurĂŒck. Chalil und andere Studenten aus dem Ausland hĂ€tten mit den Protesten auf dem Campus zu Gewalt aufgerufen, Terroristen verherrlicht und unterstĂŒtzt, jĂŒdische Studenten belĂ€stigt und Eigentum beschĂ€digt, zitierten unter anderem das Justizportal «Courthouse News» und die «Washington Post» aus ihrer Stellungnahme. Die Trump-Regierung habe mit den Festnahmen im Rahmen ihrer gesetzlichen und verfassungsmĂ€ĂŸigen Befugnisse gehandelt.

Chalil: «Erster Schritt, Verantwortung einzufordern»

Chalils Fall sorgt in den USA seit Monaten fĂŒr Aufsehen. Es war die erste öffentlich bekanntgewordene Festnahme eines propalĂ€stinensischen Aktivisten wĂ€hrend der Amtszeit von US-PrĂ€sident Donald Trump – inzwischen sind weitere hinzugekommen. Im Juni hatte ein Bundesrichter im Bundesstaat New Jersey angeordnet, dass Chalil gegen Kaution aus der Abschiebehaft entlassen werden muss, wĂ€hrend das Verfahren gegen ihn weiter laufe. 

Chalil hatte in der Haftanstalt in Jena im US-Bundesstaat Louisiana eingesessen. Nach Angaben seiner AnwĂ€lte besitzt er eine Greencard, die ihm ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in den USA gewĂ€hrt. Seine Ehefrau ist US-StaatsbĂŒrgerin - das gemeinsame Kind kam im April zur Welt, als er in Haft saß.

@ dpa.de